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Heidi Maria Glössner über ihr Solostück in Bregenz: Alleine auf der Bühne ist es wunderschön

Sie ist eine der gefragtesten Schauspielerinnen der Schweiz. Jetzt spielt Heidi Maria Glössner am Landestheater Bregenz einen Monolog von Joan Didion. Darin verarbeitete die US-Autorin den Tod von Mann und Tochter. Für Glössner (76) einer der besten Theatertexte.
Julia Nehmiz
Heidi Maria Glössner spielt den Monolog «Das Jahr magischen Denkens» am Landestheater Bregenz. (Bild: Severin Nowacki)

Heidi Maria Glössner spielt den Monolog «Das Jahr magischen Denkens» am Landestheater Bregenz. (Bild: Severin Nowacki)

In «Das Jahr magischen Denkens» stehen Sie 90 Minuten alleine auf der Bühne. Wie fühlt sich das an?

Heidi Maria Glössner: Wunderschön. Vor allem in Bregenz. Die Bühne ist dort etwas grösser als im Berner Theater an der Effingerstrasse, wo ich das Stück im August und September spielte. In Bregenz wurde mir bewusst, ich kann ja die Zuschauer in den ersten Reihen offen anschauen! Der gegenseitige Austausch von Emotionen ist wunderbar.

Ist das nicht schwierig, so ganz ohne Bühnenpartner?

Nein, das ist wunderschön! Ich bin nur für mich verantwortlich, das macht es einfacher. Man ist konzentriert, durch nichts abgelenkt. Ein Ensemble ist toll, ich schätze das. Aber zwischendurch mal etwas alleine zu machen, tut richtig gut.

Das Stück von Joan Didion ist keine leichte Kost.

An der Bregenzer Premiere sah ich Herren mit rotgeweinten Augen. Ja, es ist ein emotionaler Abend. Ich spiele eine Frau, die glaubt, wenn sie sich an viele selbstauferlegte Regeln hält, dass dann ihr verstorbener Mann zurückkommt.

Sie selber haben das Stück vorgeschlagen. Warum?

Es ist ein tiefer Text, der unter die Haut geht. Und er ist mir nah. Ich habe lange in Kalifornien gelebt. Wenn im Text Landschaft, Licht, Farben, Fahrten beschrieben werden, dann sehe ich das vor mir, ich war ja dort.

Wie schaffen Sie es, diese Textmenge zu lernen?

Ach, das ist einfach. Satz für Satz. Eine Drittelseite, dann wieder von vorn, und weiter. Didions Text ist klar, er lernt sich gut. Die Arbeit ist: Zu wissen, was man wie spielen will. Wie weit lässt man eigene Emotionen zu, wo hält man sie zurück? Wolfgang Hagemann ist ein guter Regisseur, der mich klug führte. Er hat mich aber auch gequält! Wenn mir die Tränen kamen, sagte er, nein Heidi, die Tränen sollen im Publikum fliessen, du musst klar denken!

Joan Didion: «Das Jahr magischen Denkens», mit Heidi Maria Glössner, Landestheater Bregenz, 2./5.11.; 13./17.12.2019; landestheater.org

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