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Klavierduo Soós–Haag in Stans: Hautnah bei Schubert und Debussy sein

Das ungarisch-schweizerische Klavierduo Soós–Haag bot das dritte klassische Konzert im Chäslager. Orchestrale Klangfülle und filigraner Tastenzauber machten Lust auf mehr.
Gerda Neunhöffer
Brachen mit Debussys «La Mer» zu neuen Ufern auf: Das Luzerner Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag.

Brachen mit Debussys «La Mer» zu neuen Ufern auf: Das Luzerner Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag.

Wie bei Schubert oder Debussy zu Hause fühlt man sich am Freitagabend im Chäslager Stans: gemütliche Sofas mit weichen Kissen, Sessel und Lehnstühle locker um den Flügel gruppiert, runde Tischchen und ein altes Schaukelpferd geben dem hohen Raum Biedermeier-Charme und Wohnzimmercharakter.

Dennoch sind die Sitzgelegenheiten so gestaffelt, dass man von überall den Künstlern ganz nahe ist. Adrienne Soós und Ivo Haag, die gerade erst am Lucerne Festival im Karneval der Tiere von Saint-Saëns brillierten, sind international gefragt. Und sie zeigen auch hier, wie gut sie sich auf einen Raum einstellen können. Jeder Ton ist klar hörbar, selbst in orchestraler Klangfülle bleibt ihr Spiel durchsichtig; feinste dynamische Abstufungen und glasklare Artikulation sind jederzeit da.

Von Schubert spielen Soós-Haag zunächst die Sonate B-Dur D 617, die seltsamerweise kaum aufgeführt wird. Der Komponist schrieb sie mit 21 Jahren, der Melodienreichtum und das Tänzerische sind Schubert von der heitersten Seite. Kleine düstere Takte sind kaum wahrnehmbar und werden von den Künstlern bewusst ausgespielt: Sie weisen schon auf die bekannte Fantasie f-Moll aus Schuberts letztem Lebensjahr. In dieser zeichnet Schubert Liebe und Schmerz, Hoffnung, Resignation und Verzweiflung in grossen Bögen und krassen Brüchen. Und weil Adrienne Soós und Ivo Haag fast ohne Pedal klar strukturiert spielen, geht die Musik umso mehr unter die Haut. Und weil sie die komplexe Fuge so gestalten, als wäre sie direkt von Bach komponiert, wirkt sie besonders intensiv.

Melodien schwingen sich wie Schmetterlinge auf

Nach der Pause erklingt mit der Suite «Dolly» von Gabriel Fauré ein hinreissendes Klanggemälde. Melodien schwingen sich wie Schmetterlinge auf, virtuose Läufe scheinen sich wie Wege durch einen Garten zu schlängeln, und tanzend verweben sich die Töne im spanischen Finale.

Zum grossen Klanggemälde wird Debussys «La Mer», vom Komponisten selber für Klavier zu vier Händen gesetzt. Sonst vom Orchester mit all seinen Klangmöglichkeiten aufgeführt, treiben Soós-Haag das Spiel mit Wind und Wellen, Nymphen und schimmernden Farben höchst spannungsreich. Dicht und filigran lassen sie die mächtigen Wogen rollen, man hört Einzelheiten, die sonst in den vielen Instrumenten eher untergehen. Die Töne glitzern wie auf einem impressionistischen Gemälde, wundersam fliessende Akkorde fächern sich zu virtuosen Trillerfolgen auf. Mit detaillierter Technik und untrüglichem Gespür für Klangfarben ist die Interpretation hoch emotional und der Orchesterfassung absolut ebenbürtig.

Hinweis: Weitere Konzerte mit Klavierduos bietet das Piano 4 Festival Boswil. www. kuenstlerhausboswil.ch.

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