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Hat Shakira Steuern hinterzogen? Spanien zeigt den Popstar an

Über 14 Millionen Euro soll die in Barcelona lebende kolumbianische Sängerin Shakira an Steuern hinterzogen haben. Ihre Ausrede glaubten ihr die spanischen Fahnder nicht.
Ralph Schulze, Madrid
Shakira bei einem Konzert in Mexiko City während ihrer im November zu Ende gegangenen Welttournee. (Bild: Jorge Núñez/EPA/11. Oktober 2018)

Shakira bei einem Konzert in Mexiko City während ihrer im November zu Ende gegangenen Welttournee. (Bild: Jorge Núñez/EPA/11. Oktober 2018)

Spaniens Steuerfahnder liessen sich offenbar nicht vom berühmten Hüftschwung Shakiras bezirzen. Monatelang untersuchte der Fiskus die Geschäfte des in Spanien lebenden Megastars und kam zum Schluss, dass die kolumbianische Popsängerin ihre Millioneneinnahmen nicht korrekt versteuert hat.

Insgesamt 14,5 Millionen Euro an Steuern soll die «Waka Waka»-Queen in den untersuchten Jahren 2012 bis 2014 hinterzogen haben – die Staatsanwaltschaft erstattete inzwischen Strafanzeige. Nun droht der 41-Jährigen, die mit dem spanischen Barça-Star Gerard Piqué liiert ist, eine Verurteilung.

Damit setzt Spaniens Finanzamt seine Jagd auf die in dem südeuropäischen Land lebenden Superstars fort. Dass auch Weltruhm nicht vor Strafe schützt, bekamen bereits etliche Prominente zu spüren. So mussten schon die Fussballer Lionel Messi und Cristiano Ronaldo oder auch die Operndiva Montserrat Caballé hohe Strafen bezahlen. Stets wegen der gleichen Betrugsmasche: Sie versteckten nach Erkenntnissen der Ermittler Millionen vor dem Fiskus, indem sie ihre Einnahmen über Scheingesellschaften kassierten, die in ausländischen Steuerparadiesen angesiedelt waren.

Mehr als zehn Steuerspargesellschaften

Im Falle Shakiras stiessen die Fahnder gleich auf mehr als zehn ausländische Steuerspargesellschaften. Sie waren zum Beispiel auf den britischen Jungferninseln, in Panama oder Luxemburg angesiedelt. «Diese Gesellschaften wurden mit dem Ziel gegründet, vor dem Finanzamt die Einnahmen und das Vermögen zu verbergen», heisst es im Untersuchungsbericht des Staatsanwaltes, aus dem mehrere ­spanische Zeitungen zitieren. Bei diesem Netz von Scheingesellschaften hätten Steuerberater und Rechtsanwälte mitgewirkt. Gegen ein Beraterbüro in den USA wollen die spanischen Ankläger nun ebenfalls vorgehen.

Die 1,57 Meter grosse Shakira, die ihr Publikum mit schlangenartigen Bewegungen zu ­bezaubern weiss, hatte noch ein letztes Rettungsmanöver versucht, um sich aus der Affäre zu ziehen: Sie habe zwischen den Jahren 2012 und 2014 gar nicht in der spanischen Metropole Barcelona gelebt, erklärte sie, sondern auf den Bahamas in der Karibik. Die Steuerfahnder kamen zu einem anderen Ergebnis: Sie nahmen akribisch Shakiras Terminkalender unter die Lupe. Daraus habe sich ergeben, dass die Hüftschwung-Königin im fraglichen Zeitraum «keinen einzigen Tag» auf den Bahamas gewesen sei, sondern ihren Lebensmittelpunkt in Spanien gehabt habe.

In der Tat ist es kein Geheimnis, dass die Popikone mit der meist blondgefärbten Haarmähne sich schon 2010 in Gerard Piqué, den Verteidiger des FC Barcelona, verliebt hatte. Die beiden trafen sich bei der Fussball-WM in Südafrika, wo Piqué mit dem spanischen Team Weltmeister wurde und Skakira mit der offiziellen WM-Hymne «Waka Waka» Millionen Fans verzückte. Seit 2011 sind die beiden offiziell ein Paar und bewohnen eine Villa in Barcelona. 2013 wurde in der katalanischen Metropole der gemeinsame Sohn Milan geboren, zwei Jahre später kam dann der zweite Sohn Sasha zur Welt.

Durchbruch kam 2011

Mit bürgerlichem Namen heisst der lateinamerikanische Superstar übrigens Shakira Isabel Mebarak Ripoll. Die Tochter eines libanesischen Unternehmers und einer Kolumbianerin stieg bereits als Teenager ins Musikgeschäft ein. Zunächst sang sie vor allem in ihrer Muttersprache Spanisch. Mit dem 2001 produzierten Hit «Whenever, Wherever» schaffte sie den globalen Durchbruch.

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