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HACKBRETT: Durch und durch schon ein Musiker

Joshua Broger aus Trogen ist erst sechzehn und tritt als Solist im anspruchsvollen Hackbrettkonzert von Paul Huber auf. Dass er einmal Berufsmusiker werden will, steht für ihn schon fest. Das Hackbrett hat er mit dreieinhalb Jahren entdeckt.
Martin Preisser
Mit seinem Hackbrett hat Joshua Broger schon Erfolge verbucht, auch in bekannten Volksmusiksendungen. (Bild: Ralph Ribi (Trogen, 13. März 2018))

Mit seinem Hackbrett hat Joshua Broger schon Erfolge verbucht, auch in bekannten Volksmusiksendungen. (Bild: Ralph Ribi (Trogen, 13. März 2018))

Martin Preisser

martin.preisser@tagblatt.ch

Die Frische, die Selbstverständlichkeit, mit der Joshua Broger über Musik redet, wirkt ansteckend. Und weckt sofort Interesse an seinem schön gearbeiteten Hackbrett. Es ist «sein» Instrument, daran gibt es keinen Zweifel. Was sonst immer wie der ­Anfang von Wunderkindlegenden klingt, war bei Joshua eine ganz reale Erfahrung: Das Hackbrett hat er mit dreieinhalb Jahren entdeckt, und es hat ihn nicht mehr losgelassen.

Seit zehn Jahren unterrichtet ihn der Appenzeller Hackbrettspieler Albert Graf. Noch heute kommt der Lehrer zweimal im Monat zu seinem Schüler nach Hause. Joshua Broger ist in der komfortablen Situation, gleich bei zwei Hackbrettlehrern Unterricht zu nehmen. Er geht auch noch zu Christoph Pfändler an der Musikschule Appenzeller Mittelland in die Stunde. «Von Albert Graf habe ich vor allem die traditionelle Appenzeller Musik und Volksmusik aus anderen Kulturen kennen gelernt. Und von Christoph Pfändler, der auch schon mal Heavy Metal auf dem Hackbrett spielt, lerne ich auch moderne Stile zu spielen.»

Blues und Hip-Hop auf dem Hackbrett

Joshua Broger ist ein Multitalent. Er spielt Schlagzeug und E-Gitarre, auf dem Klavier liegen Noten von Felix Mendelssohn. Und ­immer wieder zieht es den Teenager, der an der Kantonsschule Trogen in das musikalische Förderprogramm aufgenommen wurde, auch an den Computer, wo er komponiert, neue Harmonien für sein Hackbrett austüftelt und sich für das traditionelle Volksmusikinstrument auch schon einmal mit einem Blues-Arrangement oder mit Hip-Hop-Elementen versucht. Nächsten Sonntag und am Mittwoch steht der junge Hackbrettvirtuose für ein spezielles Projekt auf der Bühne: Zusammen mit dem Jugend­orchester beider Appenzell tritt Joshua Broger als Solist im anspruchsvollen Konzert für Hackbrett und Streichorchester von Paul Huber auf, dessen hundertster Geburtstag sich dieser Tage jährte. Für Joshua Broger eine echte Herausforderung, ein neoklassisches Stück, bei dem er sich an manchen schwierigen Stellen erst einmal die Zähne ausgebissen habe, wie er erzählt.

Er lerne seine Musik vor ­allem übers Gehör, bei Paul ­Huber sei jetzt aber auch genaues Notenlesen angesagt gewesen. Inzwischen spielt er das Stück auswenig. Die Noten brauche er nur noch, um seine Einsätze ­genau zu beherrschen. Sechs ­Monate hat er dieses Konzert ­studiert. Eine Stunde übt Joshua jeden Tag Hackbrett. «Das Spiel mit dem Orchester und unter dem Dirigenten Stéphane Fro­mageot ist für mich ein ganz ­neues Erlebnis und hat mich ­musikalisch weitergebracht», sagt er. «Ich habe gelernt, auf ganz andere Dinge zu achten als sonst bei meinen solistischen Volksmusikauftritten.»

Musik zwischen Schafen und Alpakas

Zu seinem alttestamentarischen Vornamen erzählt Joshua eine nette Anekdote. Der junge Musiker hat einen Stammbaum bis zurück ins 16. Jahrhundert erstellt. Alle männliche Vorfahren hiessen Josef. So sollte er auch heissen, wäre es nach seinem Vater gegangen. Die Mutter war dagegen. Aber der Vater bestand wenigstens auf ein J.

Joshua kann schon einige ­Erfolge verbuchen. Als volkstümlicher Hackbrettspieler hatte er einen Auftritt in der Sendung «Immer wieder sonntags» mit Stefan Mross im deutschen Fernsehen. Er war 2014 auch zu Gast in der SRF-Volksmusiksendung «Potzmusig» und hat in der Schweizer Kindermusik-Show «Alperöösli» einen Preis gewonnen, mit Hackbrett-Vorbild Nicolas Senn als musikalischem Paten. 2015 spielte der damals dreizehnjährige Joshua gar in Schanghai. Musik ist seine Welt, ganz ­natürlich wirkt alles, nichts aufgesetzt oder antrainiert. So ist auch ganz klar, dass Joshua, der in Trogen auf dem elterlichen Bauernhof mit Alpakas und siebzig Milchschafen lebt, einmal Musik studieren wird.

Hinweis: So, 18.3., 17 Uhr, Grubenmannkirche, Teufen; Mi, 21.3., 19.30 Uhr, Tonhalle St. Gallen

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