Grünes Licht für Gentechkartoffel

Agroscope kann auf dem Areal Reckenholz in Zürich-Affoltern gentechnisch veränderte Kartoffeln pflanzen. Das Bundesamt für Umwelt hat die Versuche bewilligt, wie der Bund gestern mitteilte.

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Ziel der Versuche ist es, Kartoffeln zu züchten, die resistent sind gegen die Kraut- und Knollenfäule. Diese Pilzinfektion verursacht grosse Ernteausfälle. Forschenden in den Niederlanden ist es schon gelungen, Resistenzgene von Wild- in essbare Kartoffeln einzufügen. Diese Knollen zeigten gute Resistenz. Nun testet die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope, ob diese veränderten Kartoffeln auch gegen die in der Schweiz vorkommenden Stämme des Erregers resistent sind. Die Verwendung solcher Kartoffeln könnte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Die Versuche starten in der kommenden Woche, vorausgesetzt, die Witterung spielt mit. Die Bewilligung des Bundes läuft bis 2019. Was die unerwünschte Verbreitung von gentechnisch veränderten Pollen betrifft, bestehe bei Kartoffeln ein geringeres Risiko als bei anderen Arten, hiess es. Kartoffeln haben im Gegensatz etwa zu Weizen fast keinen Pollenflug.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert die geplanten Versuche. Jeder Rappen, der in die Entwicklung von Gentechpflanzen investiert werde, sei ein falsch investierter Rappen. Kritik kommt auch von der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie: Die knappen Forschungsgelder sollten nicht für Versuche eingesetzt werden, die der Landwirtschaft keine Lösung bieten. Alle bekannten Schweizer Labels würden gentechnikfreie Produkte garantieren, weil die Bevölkerung Gentechnik in Lebensmitteln ablehne. (sda)