Grüne Revolution

Lesbar Wissen

Drucken
Teilen
Geigenspielerin Patricia Kopatchinskaja. (Bild: Marco Borggreve/PD)

Geigenspielerin Patricia Kopatchinskaja. (Bild: Marco Borggreve/PD)

picture-1909942683-accessid-455988.jpg

Geo 9/2017

Stadt – Natur: ein Gegensatz, dachte man. Doch dann setzte der Trend zu Urban Gardening ein und die Natur eroberte die Städte. Das ist wohl etwas übertrieben, aber immerhin neun Prozent beträgt der grüne Anteil an der Siedlungsfläche in Deutschland. «Guerilla-Gärtner» und ­andere Stadtindianer gärtnern urban. Grün in der Stadt ist nicht nur gut fürs Image, sondern reinigt die Luft, hält bei Starkregen das Wasser zurück, kühlt und ­gewährt erschöpften Stadtmenschen eine Gelegenheit zur Atempause. Auch die Stadtarchitektur wird grüner, so zeigt eine Vision von Paris im Jahr 2050 «Mountain Towers»: solarbetriebene grüne Türme, die als biologische Klimaanlagen die Innenstadt abkühlen.

picture-1909942808-accessid-455990.jpg

Spektrum der Wissenschaft 10/2017

Gesunde Darmflora

Die Molekularbiologin Karin Mölling von der Universität Zürich erzählt, wie man einer Kollegin, die an lebensbedrohlichen Durchfällen litt, die durch Antibiotika zerstörte Darmflora repariert hat. Man verabreichte ihr per Einlauf ein wenig Stuhlextrakt von einer Gesunden, in diesem Fall ihrer Schwester. Schon nach einer Woche fühlte sich die Patientin geheilt. Die übertragenen Mikroben hatten sich sehr rasch auf ein gesundes Mass vermehrt. Sie hatten den gefährlichen Keim einfach verdrängt. Möglich ist das, weil Bakterien und ihre Viren in engster Gemeinschaft existieren. Solche Viren, die Bakterien befallen, nenn man Phagen. Therapien mit Phagen sind uralt, geritten in Vergessenheit und sind nun wieder heiss im Gespräch.

picture-1909942453-accessid-455989.jpg

Geo kompakt Nr. 52

Unser Wald

Eichen, Buchen und Fichten interessierten Forscher lange Zeit vor allem, weil sie Holz und frische Luft liefern. Doch inzwischen wissen sie auch, dass diese Baumarten Hotspots der Artenvielfalt sind. Jeder einzelne Baum bietet Tausende Tierspezies Lebensraum und versorgt auch noch im Verfall als Totholz ein ganzes Ökosystem.

Bruno Knellwolf