Grosse Show mit Slow Show

Ein Musikfreund hatte mir den Tip schon im Frühling gegeben, als das Débutalbum «White Water» von The Slow Show erschien. Es dauerte zwar bis zu einem ersten Anhören – doch das melancholische Meisterwerk schlich sich dann sofort ins Herz.

Andreas Stock
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Ein Musikfreund hatte mir den Tip schon im Frühling gegeben, als das Débutalbum «White Water» von The Slow Show erschien. Es dauerte zwar bis zu einem ersten Anhören – doch das melancholische Meisterwerk schlich sich dann sofort ins Herz. Klar: diese Band aus Manchester mussten wir möglichst schnell live hören. Am 23. Juli im Kulturladen in Konstanz war es dann so weit.

Manche Konzerte schreiben sich in die eigene Biographie ein. Und dieser Auftritt von The Slow Show an einem schönen Sommerabend im intimen Club über der Grenze ist definitiv in diese kleine, feine Kollektion aufgenommen. Freilich, so eine persönliche Würdigung geht oft über das eigentliche Konzerterlebnis hinaus. Das hat ebenso mit den Umständen, beispielsweise der Anreise und den Menschen zu tun, mit denen man die schöne Erfahrung teilt. Dennoch war dies ein Konzert, dass auch ohne dieses «Plus» unvergesslich bleibt.

Natürlich betörte einen bereits auf dem Album die kräftige, rauchige Bariton-Stimme von Rob Goodwin. Die Verblüffung war trotzdem sehr gross, als dieser kleingewachsene, hagere Mann auf die Bühne trat, dem jene so sanfte wie schwermütige Stimme gehört. Und der sich nach dem Konzert als sehr sympathisch und gesprächig erwies.

Zudem war ein selten so aufmerksames, ruhiges Publikum dabei, das den traurig-zärtlichen Songs gebannt lauschte. Beim fragil-stillen «Lucky you, Lucky me» hätte man die berühmte Stecknadel auf den Boden fallen hören können.

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