Grosse Schritte

Lesbar Erziehung Je kleiner die Füsse, desto grösser die Entwicklungsschritte. Gut, wenn die Umgebung vielfältige Anregungen bietet, ohne Kleinkinder unter drei Jahren zu überfordern - ob nun zu Hause, in der Spielgruppe oder Kinderkrippe.

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Lesbar Erziehung

Je kleiner die Füsse, desto grösser die Entwicklungsschritte. Gut, wenn die Umgebung vielfältige Anregungen bietet, ohne Kleinkinder unter drei Jahren zu überfordern - ob nun zu Hause, in der Spielgruppe oder Kinderkrippe. Wie «Kinder unter 3» spielerisch lernen, zeigt die Montessori-Pädagogin Monika Hofmann am Beispiel diverser «Lernpunkte»: Körperbewusstsein, Bewegungsentwicklung, Sprache, Feinmotorik, soziales Lernen.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Einführungstext und sammelt eine Fülle von Spielideen, Liedern, Zusatzinformationen und Tips im Überblick - sehr praxisbezogen und handlich.

Monika Hofmann: Kinder unter 3. Das Praxisbuch für Spielgruppe & Co., Kösel, München 2010, Fr. 29.90

Entrümpeln im Kopf

Beim Erziehen gilt die Faustregel: besser einen Ratgeber zu wenig als zu viel gelesen.

Wer das noch nicht recht glauben will, ist reif für dieses Buch: Es räumt mit gängigen Vorurteilen auf, die sich als Irrtum erwiesen haben. Die Autoren arbeiten sich an den «Top Ten» der Erziehungsirrtümer ab und ersparen ihrer Klientel womöglich manchen Nervenzusammenbruch. Vor allem aber Sätze wie «Iss deinen Teller leer» oder «So lange du deine Füsse unter meinen Tisch stellst...». Augenzwinkernd machen die Autoren bewusst, wie sich Erziehungsfallen vererben - und ermuntern dazu, Eingefahrenes in Frage zu stellen.

Natürlich zielen auch sie darauf, es «besser zu machen». Was aber vor allem heisst: entspannt. Von mehr Gelassenheit profitieren Eltern wie Kinder.

Ralph Dawirs, Gunther Moll: Die 10 grössten Erziehungsirrtümer und wie wir es besser machen können. Beltz, Weinheim 2010, Fr. 23.50

Alles über ADS

Das Kürzel ist in aller Munde, die Diagnose oft vorschnell getroffen: War einst der «Zappelphilipp» im Bilderbuch zu Hause, so scheint ADS/ADHS inzwischen unter Kindern eine Volkskrankheit zu sein.

Klarheit und Sachlichkeit bringen der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther und der Kinderpsychiater Helmut Bonney in die überhitzte Diskussion um Ritalin und seine möglichen Wirkungen. Wie komplex die Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten sein können, wird hier verständlich dargelegt - und anschliessend allen Betroffenen der unbequeme Weg empfohlen.

Gerald Hüther, Helmut Bonney: Neues vom Zappelphilipp. Walter, Mannheim 2010, Fr. 24.90

Bettina Kugler

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