Grenzen der Toleranz

LESBAR ZEITSCHRIFT

Rolf App
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Bild: Rolf App

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In Zeiten verschärfter Auseinandersetzung zwischen Weltanschauungen und Religionen tut ein Interview gut, wie es das «Philosophie Magazin» mit dem Philosophen Rainer Forst über Toleranz führt. Toleranz werde gern mit Gleichgültigkeit gleichgesetzt, erklärt er. «Das ist jedoch falsch. Wenn ich andere Überzeugungen oder Praktiken <toleriere>, setzt das immer voraus, dass ich an ihnen etwas problematisch finde.» Um andere zu tolerieren, brauche es dann etwas zweites, die Akzeptanz. Und, als drittes: die Ablehnung dessen, was man nicht mehr tolerieren kann – zum Beispiel, weil es im Widerspruch steht zu den Menschenrechten. Wie steht es mit dem mancherorts geforderten Burkaverbot? Zum einen sei die Burka Teil einer patriarchalen religiösen Tradition, erklärt Forst. Doch sei ein Verbot bestimmter Kleidungsstücke «ein Schritt, den man sich in einer freiheitlichen Gesellschaft gut überlegen sollte». Die Burka zum Delikt zu machen, führe nicht zur Integration, sondern zu Ausgrenzung und Entfremdung.

Philosophie Magazin, Februar/März 2015

Durchzogene Bilanz

Vor zehn Jahren hat eine Gruppe von Hirnforschern in einem Manifest erläutert, was sie von ihrem Fach an Fortschritten erwartet. Jetzt ziehen sie in der Zeitschrift «Gehirn und Geist» Bilanz – und sind ernüchtert. Vor allem in der Medizin habe die Hirnforschung versagt. Biologische Marker für den Einsatz bei Diagnose und Therapie seien nicht in Sicht, Pharmafirmen hätten die Suche nach neuen Psychopharmaka aufgegeben. Mehr noch: Oft übertreiben Hirnforscher, um Aufmerksamkeit zu erregen. Negative Resultate werden oft ausgeblendet, weil sie für die Forscher-Karriere nicht nützlich sind. Zu den positiven Ergebnissen aber tragen oft zu kleine Fallzahlen bei.

Gehirn und Geist 2/2015

Wenn Nähe Angst macht

«Psychologie heute» beschäftigt sich mit einem Thema, das viele Menschen angeht: die Angst vor Nähe. Was kann man dagegen tun? Oft kann die Angst vor Nähe unvermittelt in den Alltag einbrechen – oder sie vermag eine Partnerschaft tiefgreifend zu stören. Wichtig ist eine zentrale Einsicht des Beitrags: «Sie und Ihre Partner können viel entspannter leben, wenn Sie erkennen würden: Die Angst vor Nähe ist eine früh erworbene Schutzstrategie, die jedoch ihre Funktion verloren hat.»

Psychologie heute Februar 2015

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