Gratiskultur in Winterthur

Heute beginnen die Winterthurer Musikfestwochen. Beinahe alle Konzerte sind gratis. Doch wie werden die Bands bezahlt?

Seraina Manser
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Andrang im August: Die Musikfestwochen locken bis zu 50 000 Besucher an. (Bild: Thomas Gerstendörfer)

Andrang im August: Die Musikfestwochen locken bis zu 50 000 Besucher an. (Bild: Thomas Gerstendörfer)

Drei bis vier Konzerte kosten Eintritt, alle anderen Veranstaltungen sind gratis – das ist Tradition bei den Winterthurer Musikfestwochen, und zwar schon seit 35 Jahren. Grössen wie die Foo Fighters und Radiohead haben schon die Winterthurer Gassen beschallt. Auch dieses Jahr enthält das Programm einige Perlen wie The Darkness oder die Manic Street Preachers. Umsonst spielen diese Bands nicht.

Kollekte und Subvention

«Nach den Konzerten gehen unsere Helfer jeweils mit einer Kasse durch die Menge und sammeln Geld», sagt Franziska Grob, Mediensprecherin der Musikfestwochen. Die Kollekte macht aber gerade mal drei Prozent der Einnahmen aus. Insgesamt 1,5 Millionen Franken beträgt das Budget der Konzertreihe. Etwa 200 000 Franken davon finanziert die Stadt. «Wir haben mit der Stadt einen Subventionsvertrag mit einer Leistungsvereinbarung, die unter anderem den teilweise kostenlosen Zugang zur Kultur beinhaltet», sagt Grob. Auch der Kanton unterstützt den Anlass finanziell mit über 30 000 Franken.

Bereits ausverkauft

Jedes Jahr sind 400 Helfer an den Musikfestwochen dabei, sie arbeiten ohne Bezahlung, bekommen aber für ihre Arbeit T-Shirts und Gratiseintritte für jene Veranstaltungen, die kosten.

An Konzerten wird bekanntlich nicht nur zugehört, sondern auch gerne mal ein Bierchen getrunken. Auch dieses Geld fliesst in die Kasse der Veranstalter. 25 Prozent der Kosten, etwa 375 000 Franken, werden durch Gastroeinnahmen gedeckt. Ohne Gönner und Sponsoren wäre ein so hochkarätiges Programm aber nie aufzustellen.

Doch das Publikum ist offensichtlich auch bereit zu zahlen: Das Konzert der belgischen Indieband Deus am Samstag, 27. August, ist schon längst ausverkauft. Ein finanzieller Gewinn ist aber nicht das Ziel. «Wir sind ein Nonprofitverein. Unser Ziel ist es, eine schwarze Null zu schreiben», sagt Grob.

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