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Junge Musiker lernen von der Grande Dame des Jazz

Die berühmte US-Komponistin Maria Schneider leitete am «Generations» im Casino Frauenfeld die Abschlusskonzerte. Davor hatte sie in einer Masterclass fünf ausgewählte junge Komponisten unterrichtet.
Dominik Garbauer
Mit Inbrunst dirigiert Maria Schneider die Big Band des Jazzfestivals Generations im Frauenfelder Casino. (Bild: Reto Martin)

Mit Inbrunst dirigiert Maria Schneider die Big Band des Jazzfestivals Generations im Frauenfelder Casino. (Bild: Reto Martin)

Sichtlich zufrieden begrüsst Festivalleiter Dominik Deuber das Publikum im Casino Frauenfeld. Er schwärmt von der Qualität der Musikerinnen und Musiker des Workshops und der tollen Woche in der Thurgauer Jazzhauptstadt. Er hat nicht zu viel versprochen, wie am Freitag zu hören war.

Die Generations-Big Band spielt unter der Leitung von Maria Schneider zuerst die Stücke der fünf jungen Komponistinnen und Komponisten der Masterclass. Schneider, selbst Komponistin von Weltrang, hatte während der vergangenen Woche mit den Teilnehmenden der Masterclass an den Werken gefeilt. Luzia von Wyl, Bardia Charaf, Basile Rosselet, Sarah Chaksad und Cinzia Catania schwärmten denn auch in ihren Ansagen von der Bedeutung der Masterclass und dem Stellenwert von Schneider, die als eine der originellsten Arrangeurinnen des zeitgenössischen Bigband-Jazz gilt. Chaksad sagt:

«Für mich war die erste E-Mail der Komponistin etwa so, wie wenn andere eine Nachricht von Michael Jackson erhalten.»

Australischer Meister mit Didgeridoo

Das Resultat ist mehr als überzeugend. Diese junge Generation geht neue Wege, weg von Swing und einheitlichen Bläsersätzen, hin zu Groove, Klangfarben und verschachtelten und komplexen Rhythmen. Der Einfluss von Maria Schneider als Komponistin ist bei allen fünf hörbar, ebenso andere moderne Big Band-Arrangeure wie Bob Mintzer oder Vince Mendoza.

Die Big Band, bestehend aus den Teilnehmern des Bandworkshops, funktioniert dabei als wunderbares Vehikel für Schneider und spielt mit aller Selbstverständlichkeit die komplexesten Arrangements. Wenig verwunderlich, handelt sich doch dabei um junge und aufstrebende Profimusiker aus der ganzen Welt. Zum Schluss des ersten Teils spielt die Band eine Komposition von Adrian Mears. Der Australier, Leiter des Bandworkshops am Festival, betritt die Bühne mit Didgeridoo, um sein Können gleich selbst zu demonstrieren.Nach der Pause wird die Generations Unit 2018 vorgestellt. Sieben Musiker wurden ausgewählt, im nächsten Sommer unter der Leitung von Adrian ­Mears eine Konzerttournee und eine Studioaufnahme zu erarbeiten. Mears schrieb in einer Nachtschicht sechs frische Kompositionen für die Band, die dann auch gleich zeigt, warum ihre Wahl gerechtfertigt war. Mit Spielfreude interpretieren sie die vertrackten Kompositionen des Leaders.

Höhepunkt zum Abschluss des Festivals

Am Samstag folgte wiederum im Casino der Höhepunkt des Festivals, das Konzert von Maria Schneider mit der Generations-Big Band. An diesem Abend spielt die bald 58-Jährige ihre eigene Musik und spannt den Bogen über ihre ganze Karriere. Das Resultat ist schlicht atemberaubend und zeigt, weshalb die Amerikanerin einen so vorzüglichen Ruf geniesst. Besonders herausstechend ist das Stück «Sue», das sie für David Bowie geschrieben und mit ihm aufgenommen hat. Unterstützt wird sie dabei von Sänger Jeff Taylor und Saxofonist Donny McCaslin, der Mitglied ihrer New Yorker Band ist und ebenfalls mit Bowie aufnahm.

Beeindruckend ist auch die stilistische Bandbreite der Stücke und die lockerer Art der Leaderin, die mit tänzerischen Bewegungen die Band dirigiert. Ein wunderbarer Einstieg in eine letzte, intensive Clubnacht, wo unter anderem McCaslin mit seiner Band vor viel Publikum im Dreiegg spielt und überzeugt.

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