Gondoliere und Garderobier

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Gottlieben Pedro Lenz hat sie alle liebevoll porträtiert: den Staplerfahrer, der mit der Anordnung des Vorgesetzten betreffend Zusammenlegung zweier Paletten-Sammelstellen hadert; den cholerischen Besitzer einer Abbruch-Baufirma mit einem Herz für entlassene Strafgefangene; den Garderobier in einem Nachtclub, dessen beengte Wirkungsstätte buchstäblich «arbeitstechnische Haken» aufweist. Pedro Lenz lenkt seinen und unseren Blick auf ihre Arbeit – auf das, was wir oft kaum wahrnehmen. Die Kolumnen, erschienen im Stellenbund «NZZ Executive», sind vielfältige Einblicke in eine Arbeitswelt, in der der Schein zuweilen trügt. In der titelgebenden Geschichte «Der Gondoliere der Berge» verabschiedet sich ein Luftseilbahn-Gondelführer, der äusserlich das Prachtexemplar eines Berglers abgibt, am Ende der Fahrt mit bühnenreifem Hochdeutsch und enthüllt damit seine Flachland-Herkunft.

In der Diskussion geht es auch darum, was eine Kolumne ausmacht, warum wir sie in unseren Lieblingsmedien immer oder nie lesen, ob sie meinungsbildend sind oder sein sollen oder Meinungsbeiträge sind. (red)

Do, 4.5., 20 Uhr, Bodmanhaus