Godard-Filme zum dritten

DVD Sie ist ziemlich unübersichtlich, die Reihe an verschiedenen DVD-Veröffentlichungen zu Jean-Luc Godard.

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Sie ist ziemlich unübersichtlich, die Reihe an verschiedenen DVD-Veröffentlichungen zu Jean-Luc Godard. Die bislang umfangreichste Kollektion gibt es mittlerweile bei Arthaus, die nun ihre dritte Box mit Filmen des einflussreichen Regisseurs und Enfant terrible des französischen Kinos veröffentlicht haben. Erneut folgt die Auswahl der Spielfilme keiner strengen chronologischen oder einer inhaltlichen Linie, ergänzt aber die bisherigen zwei Editionen. Mit «Band à part», «Une femme mariée» und «Weekend» sind drei Filme aus den Sechzigerjahren enthalten. Dazu gesellt sich «Je vous salue, Marie» (1985), Godards philosophische Interpretation der biblischen «unbefleckten Empfängnis», versetzt in die Gegenwart. Der ebenso provokante wie anregende Film hatte damals eine heftige Kontroverse ausgelöst. Die Box bietet als Bonus das eigenwillige Selbstporträt «Godard über Godard», doch das Highlight dieser Edition ist der Dokumentarfilm «Godard trifft Truffaut». Emmanuel Laurent erzählt darin die Geschichte der kreativen Freundschaft zwischen den beiden treibenden Kräften und Mitbegründern der «Nouvelle Vague». Der erhellende Film zeigt auch auf, wie die beiden leidenschaftlichen Filmemacher sich nach 1968 an ihren unterschiedlichen politischen Auffassungen, was das Kino soll, zerstritten haben. Und er schildert, wie der Schauspieler Jean-Pierre Léaud, ein Lieblingsdarsteller der beiden Regisseure, zwischen den beiden Fronten beinahe aufgerieben wurde.

Andreas Stock

Jean-Luc Godard Edition 3, F/CH/GB 1964–2010, R: Jean-Luc Godard; D: Jean-Pierre Léaud, Anna Karina, Juliette Binoche; Arthaus

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