God save the Queen

LESBAR GESCHICHTE

Rolf App
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Bild: Rolf App

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LESBAR GESCHICHTE

Nun ist es also da, das königliche Baby. Die Briten sind erfreut, ja begeistert. «Die Krone hat gerade eine starke Zeit», erklärt der Bestsellerautor Michael Dobbs, der seit 2010 im Oberhaus sitzt. Würde man den Staat auf einem weissen Blatt Papier neu entwerfen, dann käme da wohl weder ein König noch das House of Lords vor. «Aber: Es hat sich nun mal so entwickelt, und es funktioniert.» Die königliche Familie aber trage zur Entwicklung vor allem eines bei: Stabilität. Warum die Briten noch immer die Monarchie lieben, diese Frage steht am Ende eines anregenden Buches, in dem Autoren aus dem Umfeld des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel», Könige und Königinnen lebendig werden lassen. Auch eine mythische Figur wie der auch zur Musicalgrösse avancierte König Artus bekommt da ein eigenes Kapitel – und jene, die prominente und nicht unwichtige Nebenrollen gespielt haben wie William Shakespeare, John Locke oder Georg Friedrich Händel.

Bettina Musall u. a.: Englands Krone. Die britische Monarchie im Wandel der Zeit, DVA 2015, 299 S., Fr. 28.90

Labyrinth Österreich

Ja, gewiss, Vorarlberg kennen wir so einigermassen. Vielleicht kennen wir noch ein paar Skigebiete, sind einmal in Wien oder Salzburg gewesen. Was aber wissen wir wirklich über unsern Nachbarn Österreich? Schon einmal hat vor zehn Jahren der Historiker Oliver Rathkolb die Bilanz der Nachkriegszeit gezogen. Jetzt erscheint sein Werk überarbeitet neu, eingeleitet von einem Zitat des Kabarettisten Helmut Qualtinger: «Österreich ist ein Labyrinth, in dem sich jeder auskennt.» Für jene, die sich nicht auskennen, ist dieses Buch ein guter Wegweiser. Es zeigt in zehn Längsschnitten den Weg eines Landes, das im 20. Jahrhundert nicht nur zwei Kriege verloren hat, sondern auch von der Grossmacht zum Kleinstaat geschrumpft und dabei nicht zerbrochen ist. Österreich hat eine neue Rolle gefunden als Brücke zwischen Ost und West, aber dabei auch viele Widersprüchlichkeiten behalten.

Oliver Rathkolb: Die paradoxe Republik – Österreich 1945 bis 2015, Zsolnay 2015, 495 S., Fr. 42.90

Rathkolb_Die paradoxe Republik_061014.indd (Bild: Rolf App)

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