«Globi sagt jetzt Hallo statt Grüezi»

Seit elf Jahren ist der freie Texter Jürg Lendenmann für die Reime in den Globibüchern verantwortlich. Als gelernter Biologe ist er vom blauen Vogel schon länger fasziniert.

Drucken
Teilen

Wie wird man zum Globi-Texter?

Durch Zufall und Glück. Als ich mich beworben habe, ging mein Vorgänger, Guido Strebel, nach über 20 Jahren gerade in Pension.

Haben Sie sich in vierzeiligen Reimen beworben?

Fast. Ich habe für meinen Göttibub «Globi im Schlaraffenland» neu gedichtet. Dieses Büchlein habe ich meiner Bewerbung beigelegt.

Wie lange brauchen Sie, um ein Globibuch zu texten?

Fünf Wochen sind ideal. Sobald ich vom Zeichner die ersten Bilder bekomme, lege ich los.

Seit mehr als 80 Jahren hat sich das Versmass in den Globibüchern nicht verändert. Engt Sie das nicht ein?

Es ist manchmal schon vertrackt. Aber es zwingt auch zur Reduktion, und man kommt in einen guten Rhythmus.

Globis Sprache wirkt durch die Reime aus der Zeit gefallen, so spricht doch kein Mensch.

Globis Sprache hat sich mit der Zeit schon leicht verändert. Sie ist moderner geworden. So sagt er statt Grüezi jetzt auch Hallo. Es macht heute gelegentlich auch einmal düda, düda, rums und wusch.

Warum gibt es kein Globibuch auf Schweizerdeutsch?

Ich habe mir das schon vorgenommen, aber es ist sehr zeitaufwendig, in Mundart zu reimen. Zudem gibt es nicht das Schweizerdeutsch, sondern viele verschiedene Dialekte. Mit welchem Schnabel sollte Globi da sprechen?

Welches ist Ihr liebstes Globibuch?

Von den selbst getexteten ist es wohl «Globi bei den Nashörnern». Für diesen Band habe ich auch sehr viel zur Geschichte beigetragen. (kaf)