Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Glauben und Hoffen an der Front des Hasses

Lesbar Religion

picture-1919843802-accessid-474986.jpg

Ibrahim Alsabagh: Hoffnung in der Hölle. Als Franziskaner in Aleppo. Herder 2017, 192 S.,

Fr. 27.–

«Wie es um Aleppo steht, ist nicht in Worte zu fassen», schreibt Ibrahim Alsabagh im März 2015 – und versucht es dennoch, in erschütternden Briefen aus der zerstörten syrischen Stadt, einem Trümmerhaufen. Mehr als drei Viertel der Einwohner sind tot oder vertrieben; wer geblieben ist, kämpft täglich ums Überleben. Vor gut zwei Jahren liess sich der Franziskanerpater, geboren in Damaskus, von Rom nach Aleppo versetzen, um den Menschen vor Ort beizustehen. Viele haben kein Dach über dem Kopf; sie leiden unter Armut und Wasserknappheit, es gibt kein Heizöl, keinen Strom, keine Arbeit, keine Perspektive. «Was wir hier erleben, ist der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, der Zusammenbruch der gesamten Gesellschaft, eines Volkes, einer Kultur.» Dennoch lassen sich die fünf Patres, mit denen er Hilfesuchenden Hand bietet, nicht entmutigen. In ihrem Wirkungsgebiet, mehrere Kirchen und fünf Zentren, organisieren sie die Instandsetzung zerstörter Häuser, verteilen Nahrungspakete, bezahlen Strom, Haus- und Wohnungskredite sowie Schulgelder an Bedürftige und finanzieren medizinische Versorgung. In Briefen und in Interviews mit Betroffenen gibt Alsabagh Einblick in die Alltagsnöte der Kriegsopfer und schreibt an gegen den Hass. Um sogleich wieder tätig für Frieden und Versöhnung einzutreten.

picture-1919876756-accessid-474985.jpg

Walter Kardinal Kasper, Mouhanad Khorchide: Gottes Erster Name. Ein islamisch-christliches Gespräch über Barmherzigkeit. Patmos 2017, 120 S., Fr. 21.–

Was Christentum und Islam verbindet

Auf Einladung von Annette Schavan, der deutschen Botschafterin im Vatikan, trafen sich im September 2016 Kardinal Walter Kasper und der in Münster lehrende islamische Theologe Mouhanad Khorchide zu einem öffentlichen Gespräch in Rom. Beide hatten fast zeitgleich ein Buch zum Thema «Barmherzigkeit» herausgebracht, aus der jeweiligen Perspektive ihrer Religion. In beiden, so zeigt sich hier, ist der alte Begriff, der manchem verstaubt und abgegriffen vorkommt, ein zentraler Wert und mehr als das: ein Wesensmerkmal Gottes und eine Brücke für den interreligiösen Dialog. Grenzen und Unterschiede werden freilich nicht ausgeblendet.

Bettina Kugler

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.