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Glamourös gescheitert

Lesbar Literatur

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Gesche Heumann: Lilo Palfys Beitrag zur Kunst, Lilienfeld-Verlag, 215 S., Fr. 27.-

Alles dreht sich um Kunst, in der schönsten Stadt der Welt: Wien. In ihrem Romandébut schreibt die Malerin Gesche Heumann mit herrlich snobistischem Ton eine Gesellschaftssatire, eine coole romantische Komödie und einen cleveren Kunstroman. Lilo lebt ein Luxusleben – mit ihrer kunstverliebten, äusserst aufgeweckten neunjährigen Tochter, die den falschen Mann für ihren Vater und die Mutter für die glamouröseste Dame Wiens hält. Alle Welt will Lilos Hand küssen, was sie selbst aber demütigend findet. Lilo ist berufs- und kompasslos, ihr Geschiedener hingegen ist erfolgreicher plastischer Chirurg und mischt sich in alle Lebensbelange seiner Ex ein. Gemälde prägen alle wichtigen Ereignisse ihres Lebens. Da taucht ihr Ex-Liebhaber und Vater ihrer Tochter wieder auf, ein verrückter Kunstegomane. Lilos snobistische Sorglosigkeit und Leere ist futsch. Stattdessen wird sie dessen Muse. Lilo erzählt ironisch und protokollartig offenherzig, assoziativ und achselzuckend über Sex, Selbstmitleid, Ambitionslosigkeit, über Wien und den Fetisch Kunst – mit einer grandios verrückten öffentlichen Kunstaktion als Höhepunkt. Eine sehr vergnügliche Lektüre.

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Ernst Burren, Pedro Lenz und ­andere: Härzschmärz. Cosmos-Verlag, 160 S., Fr. 32.–

Ideale Lektüre für einen ironischen Valentinstag

Es ist das passende Buch zum heutigen Valentinstag. Aber Achtung: In «Härzschmärz» träumen, flennen und fluchen viele Mannsbilder von der Liebe: von versäumter, idealer, unmöglicher, und ja, auch von gelungener Liebe. Dann weinen sogar Gartenzwerge! Gallige Seelenkunde betreibt etwa Ernst Burren, wenn er seinen Erzähler missmutig den Blumenwunsch seiner Gattin zurückweisen lässt, weil der kein Verständnis dafür hat, weil sie sowieso undankbar und verwöhnt ist, weil er womöglich gar nicht der Vater des Sohnes ist und doch am liebsten eine sanfte Thailänderin als Frau hätte. Melancholisch distanziert dann Pedro Lenz, der sich eine ruppige Trennungsszene gar nicht mehr vorstellen mag und in einer anderen Geschichte einer Eisbahn den Geruch von Pubertät andichtet. Mundartforscher Christian Schmid erklärt, woher die Redewendung «Einen Korb geben» stammt. Ideal für einen ironischen Valentinstag – zu zweit.

Hansruedi Kugler

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