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Der Autor Giuseppe Gracia ist im St.Galler Kultur-Advent unerwünscht

Zum sechsten Mal findet im St.Galler Klosterviertel ein Kultur-Advent statt: 24 Fenster werden von lokalen Künstlern beleuchtet. Den St.Galler Autor Giuseppe Gracia aber will der Verein nicht.
Hansruedi Kugler
Schriftsteller, Kolumnist und Sprecher des Bistums Chur: Giuseppe Gracia.

Schriftsteller, Kolumnist und Sprecher des Bistums Chur: Giuseppe Gracia.

Giuseppe Gracia sieht sich einmal mehr bestätigt: «Die Kulturszene schneidet mich», sagt der St. Galler Schriftsteller, Kolumnist und Sprecher des Churer Bischofs. Und dies nicht erst seit seinem Einsatz für die Selbstbestimmungs-Initiative. Seit Jahren kritisiert er heftig den «linksliberalen Mainstream» und verteidigt als Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Chur wortreich den konservativen Bischof Vitus Huonder.

Für Claudia Friedl, Präsidentin des Kultur- und Kunstvereins am Pic-o-Pello-Platz St. Gallen und SP-Nationalrätin, passt genau dieses Engagement nicht zum Kultur-Advent:

«Wir wollen eine friedliche Stimmung mit Kultur, Glühwein und Musik. Da passt der Sprecher eines Bischofs, der gegen Homosexuelle hetzt und einen erbitterten Kampf gegen Abtreibung und Verhütung führt, einfach nicht hinein.»

Am besten sieht man die beleuchteten Fenster von der Terrasse des Restaurants Splügen. Dort hätte Giuseppe Gracia auf Einladung des dortigen Wirts Sam Owadja im Rahmen dieses Kultur-Advents am 19. Dezember Weihnachtsgeschichten lesen wollen. Die Onlinezeitung «Die Ostschweiz» machte am Montag den Fall publik, allerdings nur mit Gracias Sicht auf die Dinge. Mit dem Kulturverein sei die Teilnahme Gracias nicht abgesprochen gewesen, sagt Claudia Friedl. Als sie dann den Vorabdruck des Plakats sah, habe sie reagiert und Sam Owadja gebeten, Giuseppe Gracia wieder auszuladen. «Die Ausweitung des Anlasses auf eine Lesung war nie vorgesehen.»

Gastgeber Sam Owadja wollte den Fall gestern nicht kommentieren. Die Vereinspräsidentin habe die Entscheidung getroffen. Das Bedauern ist auch so spürbar, wenn er sagt: «Die Beteiligten sind meine Freunde und der Anlass ist für mich ein besinnlicher und unpolitischer Kulturevent für Weihnachten.» Giuseppe Gracia sieht die Sache einerseits als Bestätigung:

«Ich würde sagen, die linke Kulturszene lebt in einer geistigen Echokammer.»

In seinem letzten Buch bezeichnete er diese Szene noch schärfer als «Kalifat». Er nimmt die Ausladung aber gelassen: «Kein Kulturverein muss einen vom Mainstream abweichenden Menschen mit seinen Ideen einladen.»

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