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Gewitzter Schweizer Krimi im jüdischen Milieu

Hörbar Literarisch

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Alfred Bodenheimer Kains Opfer, Christoph Merian, 108 Min., Fr. 26.–

«Was bin ich doch für ein eitler Narr!», sagt sich der Zürcher Rabbi Klein. Der gutmütige Rabbiner gerät in seinem ersten Fall in eine verzwickte Familiengeschichte. Hanspeter Müller-Drossart verleiht dem Rabbi als Sprecher jene Sanftmut und Weisheit, die ihn schon im Roman in die Zwickmühle bringt. Bereits vier Rabbi-Klein-Romane hat Alfred Bodenheimer, Professor für jüdische Studien an der Uni Basel, geschrieben. Zu «Kains Opfer» hat er auch die Hörspielfassung erstellt. Mit der Klezmer-Musik von Kolsimcha wird der Krimi, der überraschende Einblicke in das jüdische Leben bietet, zum melancholischen, aber witzigen und tiefsinnigen Hörspiel. Man freut sich sogar über eine verblüffende Interpretation der Geschichte um Kain und Abel. Nach dem gewaltsamen Tod eines beliebten Lehrers hilft Rabbi Klein der Polizei mit Übersetzungen von E-Mails aus dem Hebräischen, was eine Reihe von falschen Verdächtigungen nach sich zieht. Da ist ein heimliches Verhältnis des Lehrers mit einer verheirateten Frau, ein ehemaliger Pflegesohn des Rabbiners in Israel, eine nicht vollzogene Scheidung. Weil den Rabbiner ein schlechtes Gewissen plagt, sucht er selbst den Mörder. Bis er auf die richtige Spur kommt, legt Bodenheimer geschickt theologische und psychologische Fährten.

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Kurt Früh Ein Schweizer in Paris, Christoph Merian, 65 Min., Fr. 26.–

Wiederhören mit Walter Roderer und Ruedi Walter

Hat Walter Roderer in Paris ein Mannequin als heimliche Freundin? Natürlich vollkommen unmöglich, ein kolossales Missverständnis! Schliesslich heisst er in diesem Hörspiel Hansruedi Hungerbühler, stammt aus Rorschach und steckt in seiner Paraderolle, die er nie loswurde: Roderer spielt den schüchternen Angestellten des cholerischen Spielwarengrosshändlers Fischer. Dieser wird von einem anderen der ganz Grossen des Volkstheaters gespielt: Ruedi Walter. Beide geraten im «Sündenpfuhl» Paris während einer Geschäftsreise auf ­Abwege, die kurzzeitig groteske Konflikte auslösen. Das Hörspiel von Kurt Früh ist ein Kind der 1950er-Jahre. Das Männerbild zwischen Aufschneider und Trottel ist simpler Lustspiel-Dramaturgie entsprungen und Paris als Stadt der Verführung ist ja auch nicht mehr ganz zeitgemäss. Aber der schwungvoll-ironische Un­ter­ton und das wunderbare Wiederhören der beiden verstorbenen Volksschauspieler ist pures nostalgisches Vergnügen.

Hansruedi Kugler

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