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Geschichten des Lebens führen die Hand

An abstrakter Malerei scheiden sich noch immer die Geister. Die Schweizer Künstlerin Bignia Corradini bietet die Chance, es einmal mehr damit zu wagen. Und zwar in ihrer Schau «Losgelöste Zentren» in Arbon.
Dorothee Haarer
Bignia Corradini in der Arboner Ausstellung. (Bild: Ralph Ribi (25. April 2019))

Bignia Corradini in der Arboner Ausstellung. (Bild: Ralph Ribi (25. April 2019))

Bignia Corradini bekennt sich seit vierzig Jahren zur abstrakten Malerei. 1951 in Zürich geboren, zog sie mit 21 nach Berlin und studierte an der Hochschule der Künste Malerei. Zu Beginn waren ihre Arbeiten gegenständlich: Frauenkörper oder Vulkane. Aber schon in den 80ern kamen rasch abstrakte Elemente ins Spiel. «Mein Schritt in die Abstraktion war dennoch Zufall und ungeplant. Er hat sich aus dem, was mich umtrieb, ergeben», erklärt Corradini.

Von Talfahrten und Gipfelstürmerei

Umgetrieben wurde und wird die Künstlerin, deren Arbeiten etwa in der Kunstsammlung des Kantons Zürich oder im Bündner Kunstmuseum vertreten sind, von den Geschichten des Lebens mit seinen Talfahrten und Gipfelstürmereien. Von Beziehungen, die man führt und beendet. Vom Lauf der Zeit, der das Jetzt unmittelbar zum Schon-nicht-Mehr macht.

Diese Geschichten packt Corradini auf Leinwandriesen ebenso wie auf Kleinstformate. Eckige Bilder wechseln mit runden ab. Und seit 1992 erschafft sie auch dreidimensionale «BildObjekte»: malerisch bearbeitete Zylinder, Kästen oder Kugeln, die sie in den Raum platziert.

Wie im Inneren eines Kaleidoskops

Wie sie die Farben aufträgt, kommt auf die Geschichte an. Manchmal nutzt sie grafische Farbfelder. Die wirken wie Mosaiksteine oder das Innere eines Kaleidoskops, splittrig und wechselhaft wie das Schicksal selbst. In anderen Arbeiten setzt die in Berlin lebende Corradini in grossem Gestus Farbbögen und Formfetzen auf die Bildträger. Diese verdrängen, begleiten oder bremsen sich. Es ist ein regelrechtes «Lebenswogen». Ein wildes, pausenloses Ausloten des malerisch Möglichen.

"BildObjekte" brechen in die Welt hinein

Ruhiger, doch im Wesen fast dringlicher wirken die «Bild­Objekte». Aus bemaltem Holz, Stahl oder Spiegelglas überwinden sie die Distanz zwischen flächigem Bildraum und Realraum. Tatsächlich brechen sie so in die Welt hinein, die ja den Stoff für Corradinis Geschichten liefert, und werden Teil davon.

Abstrakte Kunst? Eines scheint gewiss: Bignia Corradinis Arbeiten gewinnen dafür neue Liebhaber.

Hinweis Galerie Adrian Bleisch, Arbon, bis 1.6.

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