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Genug ist ­ genug

Kantatenkonzert Hat es Bariton Peter Harvey nun deutlich genug gesungen oder nicht? Beim ersten Durchgang noch eher als beim zweiten? Für einmal nimmt man es buchstabengenau nach dem Konzert der J. S. Bach-Stiftung in Trogen. In der Urfassung (und auf dem Programmblatt) beginnt die Kantate BWV 82 mit den uns heute sprachlich altmodisch anmutenden Worten «Ich habe genung» – und wer gern seine Bach-Kennerschaft unter Beweis stellt, spricht dieses zweite «n» ganz bewusst. Dabei fehlt es schon in der gedruckten Version des Jahres 1728, ein Jahr nach der ersten Aufführung der Kantate. So oder so: Was zählt, ist Harveys Interpretation insgesamt. Diese überzeugte durch ungekünstelte, feinfühlige Gestaltung aus dem Textsinn heraus, mit oder ohne «n».

Nicht zum ersten Mal war der englische Bariton mit dem warmen Timbre zu Gast in Trogen, vielmehr gehört er schon beinahe ein wenig zum Ensemble von Rudolf Lutz. Eine Idealbesetzung für die Solokantate BWV 82 mit der Arie «Schlummert ein, ihr matten Augen» als Herzstück.

Warten auf Erfüllung statt Lebensüberdruss

Den intimen Charakter des Werks unterstrich Lutz durch die Aufstellung der wenigen Instrumentalisten (fünf Streicher, Oboe, Fagott) im Halbrund um die Truhenorgel. Was gleich zu Beginn aufhorchen liess: die absichtsvolle Unruhe der Arie «Ich habe genu(n)g» im Orchestersatz. Kein Überdruss spricht daraus, kein «Habe fertig», auf das die Theologin und Spitalseelsorgerin Karin Kaspers-Elekes in ihrer Reflexion verwies. Vielmehr das Sehnen des greisen Simeon, auf dessen Lobgesang im Lukasevangelium der Kantatentext Bezug nimmt. Es mündet in der Schlummerarie in abgeklärte Ruhe, die im bewegten Schluss weiterleuchtet. Nichts Düsteres haben die Moll-Koloraturen da. Nur eine begnadete, freudige Selbstverständlichkeit. (bk.)

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