Genick-, aber nicht kopflos

Die Ostschweizer Band Neckless hat ihr erstes Album aufgenommen. Morgen wird «Rising Sine» der fünfköpfigen Band in der Grabenhalle getauft. Support gibt es von der Wiler Reggaeband Roots Edition.

David Gadze
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Drängen ins Rampenlicht: Neckless stellen ihr Débutalbum vor. (Bild: pd)

Drängen ins Rampenlicht: Neckless stellen ihr Débutalbum vor. (Bild: pd)

Nicht jeder, der kein Genick hat, muss auch gleich den Kopf verlieren. Schönes Beispiel dafür ist die Gruppe Neckless, die mit ihrem sonnigen Sound in der Ostschweiz auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Band mag sich zwar «genicklos» nennen – «damit wollen wir sagen, dass wir uns nicht auf Altbewährtem abstützen», erklären sie ihren Namen. Dass ihre Musik ein starkes Rückgrat besitzt, hat sie aber in den letzten Jahren immer wieder bei Konzerten bewiesen. So ist ihr Début «Rising Sine» erstaunlich reif ausgefallen.

Auch wenn sich in der jugendlichen Verspieltheit einzelne Elemente eingeschlichen haben, die manchmal wie Fremdkörper wirken.

Der Grossteil der Songs ihres Erstlings ist neu. Während rund eines Jahres arbeiteten Neckless an der Platte. Da Daniel Sprenger sein eigenes Tonstudio eingerichtet hat, konnten sie sich genügend Zeit nehmen, das Album in Ruhe fertigzustellen.

Das zeigt sich auch auf dem Cover: «Die Blume aus Sinuswellen symbolisiert unsere Musik, die langsam herangewachsen ist», sagt Sänger Marcel Sprenger.

Vom Potpourri zum roten Faden

Neckless sind 2005 entstanden. Es dauerte jedoch eine Zeit, bis die Gruppe aus dem Raum Uzwil ihre Identität gefunden hatte. Ihre Musik war ein Potpourri aus den unterschiedlichsten Stilen, die sie anfangs noch ziemlich willkürlich kombinierten. Auch die vielen Wechsel in der Bandbesetzung erschwerten zunächst eine klare Handschrift.

Schliesslich fanden Neckless mit Marcel Sprenger (Gesang, Saxophon), Rafael Espinoza (Gitarre), Vanja Vukelic (Bass), Daniel Sprenger (Piano und Synthesizer) und Daniel Eugster (Schlagzeug) in ihrer heutigen Besetzung zusammen. «Mit Rafael fanden wir das fehlende Puzzleteil», erzählt Marcel Sprenger. «Er brachte das funkig-jazzige Element in unsere Musik und gab ihr den entscheidenden Schliff.» Sie hätten endlich den roten Faden gefunden, nachdem sie sich richten konnten.

Dieser führt entlang von Ska, Rock und Reggae, oder einfach «funky Offbeat with rising Rock Elements», wie es Neckless umschreiben.

Zu einer Einheit geworden

Sie hätten im letzten Jahr grosse Fortschritte gemacht. «Dadurch, dass wir so viel Zeit miteinander verbracht haben, sind wir eine Einheit geworden. Wir spielen nicht mehr bloss gleichzeitig, sondern miteinander», erklärt Marcels Bruder Dani Sprenger.

Jetzt, da sie ihr erstes Album fertig haben, soll es für Neckless einen Schritt weitergehen – nicht nur musikalisch, auch erfolgsmässig. Es gehe jetzt darum, mit der Platte als Visitenkarte möglichste viele Auftritte zu bekommen. «Das Ziel ist natürlich, weiterzukommen. Aber wenn der Erfolg ausbleibt, lösen wir uns deswegen bestimmt nicht auf. Wir machen es, weil wir Spass daran haben.» Man kann da nur mit dem Kopf nicken. Der Rest geht auch ohne Genick.

Morgen Fr, Grabenhalle St. Gallen, 21 Uhr (Tür 20 Uhr); Support: Roots Edition; Afterparty Rumble Caboose Soundsystem

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