Geld, Liebe und Macht

Am Wochenende sind die diesjährigen Zürcher Festspiele gestartet. Bis 12. Juli umkreisen sie Shakespeares Werk und Welt auf zuweilen ungewohnte Art und Weise.

Rolf App
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Intensiv: «Romeo und Julia». (Bild: pd)

Intensiv: «Romeo und Julia». (Bild: pd)

Während auf dem Zürcher Sechseläutenplatz Verdis aus dem Opernhaus übertragene «Aida» als «Oper für alle» den kommenden Samstagabend zum Ereignis macht, stehen im Theater Rigiblick die Zeichen auf «Geld, Macht, Rock und Pop». Es wird ein Abend sein «über Menschen, die kein Geld haben, und von Menschen, die in Geld baden». Der Schauspieler und Theaterleiter Daniel Rohr liest alles vor, «was Sie schon immer über Geld wissen wollten», dazu erklingen Songs von Abba, den Beatles, Udo Lindenberg und anderen.

«Eine neue Welt aus Sprache»

«Geld, Macht, Liebe»: Das steht als Motto über den diesjährigen Zürcher Festspielen, die letzten Freitag gestartet sind und bis zum 12. Juli einen bunten Strauss von Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Institutionen präsentieren. Im Zentrum: William Shakespeare, dessen Werk immerzu modern um diese Begriffsdreiheit kreist. «Shakespeare inszeniert eine neue Welt aus Sprache», hat der Schriftsteller Adolf Muschg zum Start gesagt. Diese Sprache «tritt dem, was Menschen sich und andern antun können, so nahe, dass man meinen könnte, er sei bei der Schöpfung der Welt dabei gewesen».

Dreieinhalb Stunden Spass

Mit der Liebe sind die Festspiele gestartet: Mit Pjotr Tschaikowskys Fantasie-Ouverture «Romeo und Julia», gespielt vom Tonhalle-Orchester und dirigiert vom Chefdirigenten Lionel Bringuier, und mit der «Tragödie von Romeo und Julia» am Schauspielhaus Zürich in der Hamburger Inszenierung von Jette Steckel. Dies sei ein energiereicher Abend voller jugendlicher Verve gewesen, stellt die NZZ fest. Am Ende hätten «dreieinhalb Stunden Spass, Rhythmus, Spiellust» gestanden.

Shakespeare (leicht gekürzt)

Spiellustig geht es weiter. Ein paar wenige Programmpunkte: Am Opernhaus Zürich inszeniert Christof Loy «I Capuleti e i Montecchi» von Vincenzo Bellini. Das Forum Alte Musik lässt in der Tonhalle einen ganzen Tag lang Musik aus Shakespeares Zeit erklingen. Und wer nach dem ganzen Shakespeare giert, dem bieten Alexandre Pelichet, Peter Hottinger und Thomas Beck «Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)» an drei Abenden. Wieder zieht da der Theater-Tausendsassa Daniel Rohr vom Rigiblick die Fäden.

Das ganze Programm unter www.festspiele-zuerich.ch