Gelassenheit und Glück am Handgelenk

Kein Einräppler im Hosensack, kein Schwein in der Handtasche, kein gepresstes Kleeblatt in der Agenda. Glücksbringer trägt man heute ums Handgelenk. Dort wo früher das Freundschaftsbändeli baumelte, hängt nun oft ein sogenanntes Yoga-Armband.

Diana Bula
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Kein Einräppler im Hosensack, kein Schwein in der Handtasche, kein gepresstes Kleeblatt in der Agenda. Glücksbringer trägt man heute ums Handgelenk. Dort wo früher das Freundschaftsbändeli baumelte, hängt nun oft ein sogenanntes Yoga-Armband. Ein buntes Stück Garn oder eine dünne Kette aus winzigen Perlen, daran Steine, eine Glücksmünze oder ein Abbild von Ganesha, dem Elefantengott. Yoga-Armbänder sehen ein bisschen aus wie Gebetsketten aus Asien. Und sie dienen auch ähnlich: Viele, die sie tragen, versprechen sich davon allerlei. Ein Band mit Magnesitstücken verleihe Gelassenheit und Entspannung, heisst es. Und Ganesha sei ein guter Begleiter bei neuen Projekten mit allfälligen Hindernissen.

Yoga-Armbänder gibt es nicht mehr nur in Yogashops. Sie tauchen auf Modeblogs auf, auch in Online-Stores für Luxusmode. Besteht die Kette aus Rubinen und einer echten Tahitiperle, steigt der Preis in eine Höhe, über die ein Mönch, der sich einem immateriellen Leben verschrieben hat, nur den Kopf schütteln würde. Auch Jungdesigner haben die Nachfrage erkannt. Das Team hinter Weiskönig Jewelry etwa liess sich für seine Kollektion von Yoga, der Liebe und dem Meer inspirieren. Ein Motto, das sich gut verkauft. Zumal die Bändeli adrett aussehen, zur Jeans ebenso passen wie zum Blazer und dem angesagten Hippie-Look. So baumeln sie nun auch an Handgelenken von Menschen, die sich weniger für Yoga und Asien als für Mode interessieren. Doch etwas Glück kann eben jeder gebrauchen.