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Bestseller-Autorin Charlotte Link zurück zu alter Topform

Im letzten Roman misslang Charlotte Link der Abstecher nach Frankreich. «Die Suche» spielt wieder in England. Nicht nur deshalb ist der Neue besser als der Vorgänger.
Arno Renggli
Die deutsche Bestseller-Autorin Charlotte Link (54). (Bild: Julia Baier/PD)

Die deutsche Bestseller-Autorin Charlotte Link (54). (Bild: Julia Baier/PD)

Es kann zum Problem werden, wenn ein Autor oder eine Autorin einem Thema emotional sehr zugetan ist und es zu einem Roman verarbeitet. Die deutsche Autorin Charlotte Link etwa thematisierte in ihrem letzten Thriller «Die Entscheidung» den internationalen Mädchenhandel und zeigte in einem Nebenstrang glaubwürdig die sozialen Hintergründe – in diesem Fall in Bulgarien.

Die Haupthandlung jedoch um einen vereinsamten Mann, der in der Provence einem Mädchen auf der Flucht hilft, geriet ziemlich konfus. Offenbar war die aufklärerische Absicht hier grösser als der Ehrgeiz, wirklich stringent zu erzählen. Vielleicht kam Link auch mit dem für sie eher ungewohnten französischen Ambiente nicht zurecht.

Ermittlerin gerät wider Willen in den Fall

Der neue Roman «Die Suche» spielt nun wieder in England, wie viele der Bücher Links. Diesmal will sie offenbar einfach wieder einen spannenden Thriller bieten, was ihr auch gelingt. In Nordengland verschwinden junge Mädchen, ein klassisches Krimielement, das sofort bewegt und hineinzieht. Eine der Vermissten wird tot aufgefunden. Sergeant Kate Linville, die man bereits aus dem Thriller «Die Betrogene» kennt, ist eigentlich nur in der Gegend, weil sie ihr Elternhaus verkaufen muss. Als sie die verzweifelten Eltern eines verschwundenen Mädchens kennenlernt, lässt sie sich widerwillig in die Ermittlungen hineinziehen. Und landet prompt in einer knifflig-komplexen Geschichte mit vielen Wendungen.

Hintergründe der Opfer sehr unterschiedlich

Im Gegensatz zum Vorgänger bleibt diese Story trotz der vielen Fäden nachvollziehbar und stets spannend. Da sind zum einen die sehr unterschiedlichen Hintergründe der verschwundenen Mädchen, die Link packend erzählt. Die Psyche des Täters wird immer wieder in kurzen Einschüben vermittelt, ohne dass zu viel verraten wird. Interessant ist aber auch die private Situation der Ermittlerin, die gerne einen Partner finden würde, aber immer wieder an Idioten gerät oder an ihrer eigenen Sprödheit scheitert. Als dann plötzlich die grosse Liebe winkt, verzahnt sich die Romanze fatal mit dem Kriminalfall.

Kurz fasst sich Charlotte Link auch diesmal nicht. Und auf den rund 650 Seiten gibt es etliche längliche Dialoge und allzu häufig Wiederholungen, wenn sich Figuren untereinander auf den aktuellen Stand der Ermittlungen bringen. 200 Seiten weniger, das wäre wohl noch besser gewesen. Aber vielleicht ist dies auch nur die Sicht des Rezensenten, der die Leseökonomie höher gewichtet als das «normale» Publikum.

Charlotte Link Die Suche, Blanvalet,654 S., Fr. 37.–

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