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Gegen das langweilige Glück

Das Liebesdrama «Mon roi» ist bereits die fünfte Regiearbeit der Schauspielerin Maïwenn. Die französische Regisseurin über die Herausforderung, das Glück einer Liebe zu inszenieren. Und das Drehbuchschreiben zu zweit.
Geri Krebs
Regisseurin Maïwenn.

Regisseurin Maïwenn.

Maïwenn wurde 1976 als Tochter einer Algerierin und eines Bretonen als Maïwenn Le Besco geboren. Bereits im Kindesalter stand sie auf Theaterbühnen und Filmsets. Spätestens mit 16 wurde sie durch ihre Liaison mit dem doppelt so alten Luc Besson bekannt, dem sie ein Jahr später eine Tochter gebar. In der Folge spielte sie in den Filmen «Léon» und «Le cinquième élément» des Starregisseur mit, bevor das Paar sich 1997 trennte. Parallel zur Schauspielkarriere begann Maïwenn als Regisseurin zu arbeiten. Am bekanntesten wurde ihr 2011 in Cannes prämierter Kriminalfilm «Polisse». «Mon roi» ist ihr erster Film, in dem sie nicht selber mitspielt. Der Liebesfilm aus Frauenperspektive erzählt in kunstvoll verschachtelten Rückblenden von Amour fou und unausweichlicher Trennung zwischen der Pariser Anwältin Tony (Emmanuelle Bercot) und dem Restaurantbesitzer und Frauenheld Georgio (Vincent Cassel). Zehn Jahre trug Maïwenn die Idee dieser Szenen einer Ehe mit sich herum. Dabei hat sie in der Geschichte einer so leidenschaftlichen wie zerstörerischen Liebe auch jene zwischen ihr und Luc Besson verarbeitet. Doch dieses Thema, so die Bedingung, war im Gespräch Tabu.

Sie haben das Drehbuch mit einem Mann, Etienne Comar, geschrieben. War das eine Notwendigkeit, weil es um ein Paar geht?

Maïwenn: Ich wollte einfach mit ihm zusammenarbeiten, er ist ein grosser Drehbuchautor. Er hat beispielsweise das Drehbuch von Xavier Beauvois' «Des hommes et des dieux» geschrieben, ich kenne ihn schon lange. Wir verstehen uns gut und er hat einen anderen, eher analytischen Blick.

Am Anfang des Films stehen die Namen eines Mannes und einer Frau, «Mon roi» ist ihnen gewidmet. Wer sind die beiden?

Maïwenn: Dazu möchte ich nichts sagen, das ist eine persönliche Angelegenheit.

Am meisten Schwierigkeiten hätten Sie beim Schreiben jener Szenen gehabt, in denen Tony und Georgio glücklich sind, konnte man lesen.

Maïwenn: Man sagt immer, glückliche Menschen hätten keine Geschichten, nicht wahr? Alles, was mit Glück zu tun hat, wirkt in einem Film doch schnell langweilig – deshalb brauchte ich viel Zeit und Aufwand für diese Szenen. Aber natürlich waren sie äusserst wichtig, denn schliesslich muss der Zuschauer ja begreifen, warum die beiden so aneinander hängen.

Mit Emmanuelle Bercot hatten Sie eine Hauptdarstellerin, die, wie Sie selber, als Schauspielerin und als Regisseurin erfolgreich ist.

Maïwenn: Man soll die Leute, die in einem Film mitspielen, nicht anhand ihres Berufs stigmatisieren. Ich mache Filme, und ich bin Schauspielerin, ich habe diesen Film realisiert, und ja, klar, es ist etwas anderes, wenn ich in einem meiner Filme auch selber mitspiele. Die Dreharbeiten erlebe ich dann ganz anders als das jetzt bei «Mon roi» der Fall war.

Hatten Sie bereits beim Schreiben des Drehbuchs an Vincent Cassel und Emmanuelle Bercot gedacht?

Maïwenn: Ich hatte sie mir als Idealbesetzung vorgestellt, aber es war nicht so, dass ich den Film nicht gemacht hätte, wenn jemand von ihnen abgelehnt hätte. Die Story war mir wichtiger.

Ihre Schwester Isild Le Besco spielt die wichtigste weibliche Nebenrolle. Wie war das für Sie?

Maïwenn: Ich war überzeugt, dass Isild für die Rolle der Babeth die geeignete Person war, und ich bin sehr glücklich über das Resultat. Aber ich suche mir die Leute, die in einem Film von mir mitspielen, nicht nach Freundschaft oder Verwandtschaft aus, sondern ausschliesslich nach professionellen Kriterien.

Wie in «Polisse» wirken die Dialoge sehr authentisch und lebensnah. Schreiben Sie alle Dialoge Wort für Wort aus oder gibt es auch Improvisation?

Maïwenn: Danke fürs Kompliment – also von Improvisation bei den Dialogen halte ich wenig. In meinen Drehbüchern ist alles bis ins letzte Detail ausgeschrieben und es liegt an den Schauspielern, die Sätze mit Leben zu füllen. Ich kann Sie also wieder auf die professionellen Kriterien verweisen, die ich bereits vorher erwähnt habe.

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