Gedankenschrank

Lesbar bilderbücher «Was geht hier drinnen vor?», fragen sich grosse Leute oft, wenn sie es mit einem Kindskopf zu tun haben. Der ist meistens um Antworten nicht verlegen: Heisse Lava beispielsweise ist drin, wenn der Zorn hochkocht; Erde mit Dünger, damit die Haare spriessen.

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Lesbar bilderbücher

«Was geht hier drinnen vor?», fragen sich grosse Leute oft, wenn sie es mit einem Kindskopf zu tun haben. Der ist meistens um Antworten nicht verlegen: Heisse Lava beispielsweise ist drin, wenn der Zorn hochkocht; Erde mit Dünger, damit die Haare spriessen. Ein Schrank mit vielen Schubladen, in dem die Gedanken verstaut werden können; eine Sortiermaschine für Buchstaben. «Manchmal ist mein Kopf so voll wie ein Ballon, bevor er platzt» – die ganze Welt steckt drin, zeigt Bilderbuchkünstlerin Antje Damm auf dieser Doppelseite. «Kindskopf» ist das neueste Werk der Schöpferin philosophischer Bücher für die Kleinsten. Oder auch für die nicht mehr so Kleinen, denen treffende Bilder für unser Sein und Fühlen nicht mehr so leichthin in den Kopf fliegen.

Antje Damm: Kindskopf. Ab 4. Gerstenberg, Hildesheim 2011, Fr. 12.90

Gesichtergeschichten

Für Kindergärtler gibt es von Pro Juventute das Gefühlsbarometer – falls mal das rechte Wort für den Katzenjammer oder das himmelhochjauchzende Glück nicht gleich zur Stelle sein sollte. So ähnlich lässt sich Isabel Pins Bilderbuchtag mit Hundefreund erleben. Wie schon in ihrer «Geschichte vom kleinen Loch» ist hier in der Buchmitte ein Kreis ausgestanzt; darin kann jedes Kind die passende Miene zur jeweiligen Situation aussuchen. Oder sich halb kaputtlachen über die verkehrte Gefühlswelt, wenn man die Sache variiert. Eine Lektion ganz nebenbei: In Gesichtern lässt sich lesen wie in einem Buch.

Isabel Pin: Ein Tag mit mir. Ab 3. Bajazzo, Zürich 2010, Fr. 23.50

Sind wir schon da?

Das Weltall fängt gleich hinter dem Haus an, ebenso Rotkäppchens Wald und Wiesen: Es lohnt sich also, mit Marianne Dubuc vor die Tür zu treten und loszulaufen – von einem Bild zum nächsten. Weil auch das grösste Abenteuer gottlob rechtzeitig wieder im vertrauten Vorgärtchen endet, wird diese Reise Seite für Seite zum reinen Vergnügen; auch dank der Nähe zu Kinderzeichnungen. Ohne die notorische bange Frage: Wann sind wir endlich da?

Marianne Dubuc: Meine grosse kleine Welt. Ab 3. Carlsen, Hamburg 2010, Fr. 20.90

Bettina Kugler

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