Gebunden und geknotet: Taille in Sicht

Schmale Ledergürtel – welch gewöhnliche Accessoires. Haben wir nicht genug im Schrank?! Schwarze, braune, blaue. Mal mit grosser Schnalle, mal mit kleiner. Seit Jahren trage ich zu den Jeans immer das gleiche Modell. Die anderen frönen ein Dornröschendasein.

Yvonne Forster
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Schmale Ledergürtel – welch gewöhnliche Accessoires. Haben wir nicht genug im Schrank?! Schwarze, braune, blaue. Mal mit grosser Schnalle, mal mit kleiner. Seit Jahren trage ich zu den Jeans immer das gleiche Modell. Die anderen frönen ein Dornröschendasein.

Damit scheint jetzt Schluss zu sein. Obwohl die losen Hängerkleidchen auch diesen Sommer noch zu sehen sind, kommt wieder mehr Struktur in die Silhouette. Der Fokus gilt vermehrt der Taille. Und da ist allerhand los. Die Körpermitte muss ja nicht gleich mit einem 15 Zentimeter breiten Lederband eingeschnürt sein, wie bei der Designerin Isabel Marant. Wer will denn schon der Mode zuliebe ersticken? Die neuen Gürtel sind weicher. Viele Designer holen ihre Inspirationen beim Judo. Dort umwickeln Obi-ähnliche Bänder die Körpermitte und sind vorne lose geknotet. Giorgio Armani hat sich an ihnen orientiert, ebenso Marni (Bild) und Sportmax. Jetzt trägt man solche Stoffbänder sogar über Mänteln und Jacken. Burberry knotet luftige Tüllschleifen über den Trench, Alexander Wang markiert die Taille eines langen Blazers mit einem gelochten Stoffband. Andere wählen eine schlichte Kordel.

Auch bei den Ledergürteln ist Phantasie oberstes Gebot: Bei Dior baumelt das Ende eines asymmetrischen Gürtels lose zu Boden, Haider Ackermann schlingt gleich drei Bänder ineinander. Statt einer Schnalle gibt es jetzt Blumen, Maschen und Ösen. Der traditionelle Gürtel hat ausgedient.

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