Gebucht-Rubrik mit Roger Schawinski: «Ich habe Dostojewski zu früh gelesen»

Medienpionier Roger Schawinski (74) liest gerade die Biografie von Chris von Rohr – das nicht ohne Hintergrund.

Ressort Leben & Wissen und Kultur
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Roger Schawinski ist ein Vielleser. Er ordnet seine Bücher nach Genres und Nationalitäten der Autoren. Der Rest ist Chaos.

Roger Schawinski ist ein Vielleser. Er ordnet seine Bücher nach Genres und Nationalitäten der Autoren. Der Rest ist Chaos.

Bild: Severin Bigler

Welche Bücher liegen auf Ihrem Nachttisch??

Roger Schwainski: Zurzeit ist es die Biografie von Chris von Rohr, die in den nächsten Wochen erscheinen wird. Ausserdem lese ich das Buch von Walo Kamm, dem Gründer von Globetrotter. Mit beiden möchte in nächster Zeit Sendungen machen.

Wie viele Bücher haben Sie zu Hause?

Hunderte, ich habe noch nie gezählt. Meine aktuellen Bücher stehen in unserem Ferienhaus, weil ich dort mehr Zeit habe, Bücher zu lesen. Dies hat bereits eine ansehnliche Bibliothek ergeben.

Wie lesen Sie?

Ausschliesslich Print.

Welches Buch hat Ihr Leben verändert? Und warum?

Es sind die Bücher von Arthur Köstler, vor allem die über die Moskauer Schauprozesse in den 30er-Jahren. Dort wurde mir auf eindrückliche Weise bewiesen, in welche Abgründe der Kommunismus führen kann. Dies hat mein politisches Bewusstsein bereits in jungen Jahren für immer geprägt.

Welches aktuelle Buch empfehlen Sie unseren Lesern? Und warum?

Da gibt es mehrere. Zum Beispiel das Buch «Drei» von Dror Mishani, ein clever konstruierter Krimi aus Israel. Ebenso die fantastische Trilogie von Don Winslow über die Drogenkartelle in Mexiko, deren dritter Band vor kurzem erschienen ist. Und dann noch alle Bücher von Robert Harris, vor allem die grossartige Cicero-Trilogie.

Wie stossen Sie auf neue Bücher?

Vor allem über Besprechungen und Empfehlungen von Freunden.

Wie organisieren Sie Ihr Büchergestell?

Einerseits nach Genres – Belletristik, Geschichte, Wirtschaft, Biografien. Dann nach Nationalitäten der Autoren. Der Rest ist Chaos.

Welchen Buchtitel würden Sie über Ihre Autobiografie setzen? Welcher Autor soll sie schreiben?

Ich habe bereits eine Autobiografie geschrieben. Sie trägt den Titel «Wer bin ich?» – und spielt damit auf jene Frage an, die ich meinen Gästen jeweils als erste stelle.

Welche drei – zeitgenössischen oder bereits verstorbenen – Autoren möchten Sie zu einem Nachtessen gemeinsam einladen?

Jonathan Franzen, Philip Roth und Ian McEwan.

Was möchten Sie Ihren – bereits verstorbenen – Lieblingsschriftsteller fragen?

Max Frisch, in dessen letzter Wohnung ich während Jahren lebte: Welche Haltung sollten wir heute gegenüber den Populisten einnehmen?

Lesen Sie historische Romane? Wenn ja, finden Sie dort Antworten, die Sie in Sachbüchern nicht gefunden haben?

Auf jeden Fall. Vor allem wenn sie so hervorragend geschrieben sind wie diejenigen von Robert Harris.

Welchen Roman haben Sie in Ihrem Leben zu früh gelesen?

«Der Idiot» von Dostojewski. Meine Schwester hat mir das Buch – ganz ohne Hintergedanken – zum 11. Geburtstag geschenkt.

Hinweis

In der Rubrik «Gebucht» erzählen Prominente von ihren Lesegewohnheiten.