Geballte Kunstladung

Intermezzo

Dieter Langhart
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Kunst gefällig dieses Wochenende? Kein Problem, wenn ich mir eine laufende Ausstellung anschauen möchte, nur hab ich die Qual der Wahl: in St. Gallen Bettina Pousttchi in der Kunstzone der Lokremise oder «Converter» im Kunstmuseum, Walter Steiner am Bahnhof Lichtensteig oder Simone Kappeler und Mika Taanila bei Widmer­theodoridis in Eschlikon oder die neue Sammlungspräsentation im Kunstmuseum Thurgau, sodann Balthasar Burkhards grosse Retrospektive im Fotozentrum Winterthur.

Was, wenn mir der Sinn nach Neuem, Frischem ist? Heute eröffnen zwei Ausstellungen in der Kunsthalle Arbon (Simone Zaugg und Pfelder) und in der Kunsthalle Wil (Gianin Conrad), Arbon um 17 Uhr, Wil um 18 Uhr – beide schaffe ich zeitlich kaum, ausser ich verzichte auf Cüpli und Fingerfood. Aber muss ich denn auf beiden Kunsthochzeiten tanzen? Oder auf vier Hochzeiten wie am 27. Januar? Da lockten die Kunsthalle und die Galerie Hafner in St. Gallen, der Kunstraum Kreuzlingen und das Kunstmuseum Winterthur. Und wenn all die Biennalen und Triennalen anstehen wie die Werkschau Thurgau oder das Heimspiel Ostschweiz, braucht es logistische Raffinesse.

All die Kunst- und Kulturorte leiden an derselben Krankheit: Sie balgen sich um gewisse Wochenenden und lassen andere gähnend leer. Abhilfe schaffen könnten Absprachen untereinander wie bei den Vereinskonferenzen der Gemeinden oder kantonsübergreifende Portale für Veranstalter. Der Verdacht bleibt: Jeder kocht sein eigenes Cüpli-Süppchen.

Dieter Langhart