Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Dominic Schoemaker: «Gängigen Bluesrock möchte ich vermeiden»

Der Luzerner Gitarrist und Songwriter Dominic Schoemaker ist mit seinen erst 25 Jahren schon ein veritabler Blueser. Sein Débutalbum «That’s Cold» tauft er in der Schüür mit prominenter Unterstützung.
Interview: Pirmin Bossart

Dominic Schoemaker, Sie stellen Ihr neues Album in der Schüür vor: Was darf das Publikum erwarten?

Dominic Schoemaker verbindet Tradition und Moderne des Blues. (Bild PD)

Dominic Schoemaker verbindet Tradition und Moderne des Blues. (Bild PD)

Einen spannenden, internationalen Bluesabend mit vielen Überraschungen und Special Guests. Der 88-jährige Bassist Bob Stroger ist eine Blueslegende. Er hat mich vor drei Jahren in Chicago in die dortige Bluesszene eingeführt. Den englischen Gitarristen Ben Poole habe ich auf der Rock & Blues Cruise kennen gelernt. Marco Jencarelli ist Gitarrist und Bandleader von Philipp Fankhauser. Er hat mein Album produziert. Dann gibt es noch einen Surprise Guest. Und: Ich erweitere meine Stammband um zwei Backgroundsängerinnen.

Andere junge Musiker in Ihrem Alter machen Hip-Hop oder tüfteln mit elektronischer Software. Was hat Sie zum Blues gebracht?

Ganz früher habe ich ab und zu mit meinem Grossvater auf dem Piano Boogie Woogie geklimpert. Mit neun Jahren habe ich begonnen, Klavier und Gitarre zu spielen. Mit 15 Jahren wurde ich Gitarrist in einer Bluesband, ohne den Blues schon zu kennen. Die Musiker waren alle um die 50. Ich habe oft mit älteren Musikern gespielt. Von meiner Generation kannte ich niemanden, der sich mit dieser Musik beschäftigte.

Wie sind Sie musikalisch aufgewachsen? Haben Ihre Eltern mit ihrem Musikgeschmack Spuren hinterlassen?

Nein. Wenn schon, wurde zu Hause klassische Musik gehört. Meine erste CD, die ich kaufte, war «Stiff Upper Lip» von AC/DC. Ich wollte einfach mal was anderes hören. Ich kannte den Namen der Band, aber wusste nicht, was sie spielen. Bald kaufte ich die ersten Blues­platten. Zuerst hörte ich Bluesrock, dann ging ich immer weiter zurück in der ­Bluesgeschichte. Meine Vorbilder sind B. B. King, Albert King und Albert Collins.

Der Blues kennt viele Spielarten. In welche Richtung zieht es Sie persönlich?

Ich will mich nicht einschränken. Aber ich möchte vermeiden, einfach gängigen Bluesrock zu spielen. Mich interessiert mehr die Chicago-Szene mit dem traditionellen Blues, den ich allerdings mit modernen Elementen vermische. So kann ich auch Pop, Soul oder Jazziges einfliessen lassen.

Ist die Schweiz ein guter Boden für den Blues?

Es gibt es mehrere gute Bluesfestivals und auch ein paar Clubs, die sich auf diese Musik spezialisiert haben. Wir haben auch viele treue Bluesfans in der Schweiz. Schlecht sieht es bei den Radios aus, wo Blues praktisch keine Chance hat. Wenn ich erlebe, wie viele junge Leute aus meinem Umfeld und an meinen Konzerten begeistert sind von dieser Musik, kann ich das nicht verstehen.

Mit Bob Stroger haben Sie schon mehrmals gespielt. Wie hat sich der Kontakt ergeben?

Ich lernte Bob Stroger an einer Blues-Jam-Session in Tschuppi’s Wonderbar kennen. Stroger lud mich ein, vorbeizuschauen, wenn ich mal in Chicago wäre. 2016 war ich tatsächlich drei Monate dort und meldete mich. In dieser Zeit habe ich einige Male mit ihm auftreten können. Er hat mich mit Bluesern bekannt gemacht und mich auch mal dem Sohn von Muddy Waters vorgestellt.

Was sind Ihre Pläne in der näheren Zukunft, was möchten Sie erreichen?

Die erste Priorität ist, möglichst viele Konzerte zu spielen, in der Schweiz, aber vermehrt auch im Ausland. Da sind wir dran.

Wie beurteilen Sie die ­Chance, im Blues eine ­Musikkarriere zu machen?

Zurzeit verdiene ich meinen Lebensunterhalt noch als Schreiner. Ich bin ja erst seit zwei Jahren mit meiner Band unterwegs. Seitdem ist viel gegangen. Die Konzerte werden grösser, neue Fans kommen dazu. Auch die Reaktionen vieler Leute bestärken mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Mein Ziel ist, als Bluesmusiker leben zu können.

Plattentaufe: Freitag, 1. Februar, 21.00 Uhr, Konzerthaus Schüür. Gästes: Bob Stroger (USA), Ben Poole (UK), Marco Jencarelli (CH). www.dominicschoemaker.com

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.