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Gamekritik: Aufstand der Androiden

Das fünfte Spiel des französischen Studios Quantic Dream ist technisch beeindruckend. Die Handlung überzeugt aber nicht durchgehend.
Federico Gagliano
Schauspieler Jesse Williams (Grey's Anatomy) spielt den Androiden Markus, einer von drei Hauptfiguren im Spiel. (Bild: Sony)

Schauspieler Jesse Williams (Grey's Anatomy) spielt den Androiden Markus, einer von drei Hauptfiguren im Spiel. (Bild: Sony)

Das französische Studio Quantic Dream gehört zu den Experten, wenn es um Motion-Capture-Technologie geht. Dank ihrer fortschrittlichen Bewegungs-Erfassung ist es ihnen möglich, Bewegungen in digitale Animationen zu übertragen, ohne an Echtheit zu verlieren. Wie weit diese Technik inzwischen fortgeschritten ist, beweist ihr neuestes Videospiel namens «Detroit: Become Human» auf eindrückliche Weise.

Spiele aus dem Hause Quantic Dream kann man eher als interaktive Filme bezeichnen, bei denen die Entscheidungen des Spielers das Ende des Spiels massiv beeinflussen können. Mit simplen Tastenbefehlen steuert der Spieler das Schicksal der Hauptfiguren. Dabei geht es nicht nur darum, wie sie sich verhalten – stirbt eine der Hauptfiguren, geht das Spiel einfach mit den anderen Charakteren weiter und passt die Geschichte entsprechend an. An dieser Formel hat Quantic Dream auch in «Detroit» nichts geändert.

Polizist Hank Anderson (links) untersucht Zwischenfälle mit Androiden. (Bild: Sony)

Polizist Hank Anderson (links) untersucht Zwischenfälle mit Androiden. (Bild: Sony)

Starke Schauspieler, schwache Story

Neu ist die futuristische Welt, in der «Detroit» spielt. In dieser Zukunftsversion der US-amerikanischen Grossstadt gehören Androiden zum Alltag. Diese menschlich aussehenden Maschinen arbeiten als Detailhändler, als Putzfrauen oder als Busfahrer. Während Nachbarland Kanada den Gebrauch solcher Androiden verboten hat, floriert Amerika dank seiner neuen unermüdlichen Armee an Arbeitskräften. Doch es regt sich Widerstand: manche verabscheuen die Androiden, denn viele wurden durch Maschinen ersetzt und sind nun arbeitslos. Ausserdem häufen sich Zwischenfälle, bei denen Androiden Menschen angreifen.

Der Spieler übernimmt die Rolle von drei zentralen Figuren, alle selbst Androide. Markus, gespielt von «Grey's Anatomy»-Star Jesse Williams, arbeitet als Pfleger und Butler für einen bekannten Maler. Kara (Valorie Curry) ist Haushälterin und kümmert sich um die Tochter eines arbeitslosen Alkoholikers. Und Connor (Bryan Dechart) ist ein neuartiges Android-Modell, welches auf Kriminalistik spezialisiert ist und der Polizei bei der Lösung der Androiden-Angriffe helfen soll. Sie alle werden auf unterschiedliche Weise in Ereignisse involviert, die das Schicksal des Zusammenlebens zwischen Androiden und Menschen bestimmen werden.

Connor arbeitet mit der Polizei von Detroit, um die Androiden-Rebellion zu stoppen. (Bild: Sony)

Connor arbeitet mit der Polizei von Detroit, um die Androiden-Rebellion zu stoppen. (Bild: Sony)

Quantic Dream-Chef und Drehbuchautor David Cage bedient sich bei der Story frei von anderen Filmen und Serien, die solche Themen bereits behandelt haben. «Blade Runner», «I, Robot» oder «Westworld »- Fans des Genres werden hier leider nur wenige neue Ideen und Konzepte finden. Stimmungsvolle Szenarien und starke Schauspielleistungen werden deshalb leider ein bisschen von voraussehbaren Wendungen und schwachen Dialogen verwässert. Trotz dieser Macken bleibt «Detroit» wohl Quantic Dreams stärkstes Spiel: Die Welt ist interessant und detailreich gestaltet und die Figuren bleiben dank starken Darbietungen in Erinnerung. Besonders Bryan Dechart als Connor ist ein Highlight: Er bewegt sich perfekt zwischen Mensch und Maschine.

Eindrücklich ist seine Performance auch, weil sie so realistisch aussieht. Besonders die Mimik der Schauspieler wirkt echt. Aufmerksame Spieler werden auch die wenigen Details schätzen, die mehr über die Welt von «Detroit» verraten. Ausserdem besitzt «Detroit» nun auch eine Übersicht, über die man seine Entscheidungen nachverfolgen kann. Auf einem Flussdiagramm kann man genau einsehen, wo man welchen Weg eingeschlagen hat. Die Zahl an verschiedenen Pfaden, die man einschlagen kann, ist in manchen Szenen imposant.

Spieler können ihre Entscheidungen in einem Flussdiagramm nachverfolgen. (Bild: Sony)

Spieler können ihre Entscheidungen in einem Flussdiagramm nachverfolgen. (Bild: Sony)

Fazit

«Detroit: Become Human» ist Quantic Dreams ambitioniertestes Projekt bisher. Vieles funktioniert: Die Welt wirkt echt, die Figuren sind interessant und gut besetzt und die Zahl an Entscheidungen, die man treffen kann, ist beachtlich. Das Ganze leidet aber unter ein paar Schwächen in der Handlung, die sich teilweise altbedienter Klischees bedient. Das ist zwar schade, aber nicht genug, um «Detroit» nicht weiterempfehlen zu können.

Hinweis: Das Spiel ist ab dem 25. Mai nur für Playstation 4 erhältlich. Eine Testversion des Spiels wurde uns von Sony zur Verfügung gestellt.

Video: Trailer zu "Detroit: Become Human"

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