Gänsehaut abendfüllend

Seven würde nie eine Kochsendung moderieren oder als Jurymitglied bei beliebig austauschbaren Music-Star-Sendungen als Jurymitglied den en masse talentfreien Probanden zuflüstern, wie toll ihre Performance gewesen sei. Denn Seven ist ein Soulkid, ein Seelenmensch, durch und durch.

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Seven würde nie eine Kochsendung moderieren oder als Jurymitglied bei beliebig austauschbaren Music-Star-Sendungen als Jurymitglied den en masse talentfreien Probanden zuflüstern, wie toll ihre Performance gewesen sei. Denn Seven ist ein Soulkid, ein Seelenmensch, durch und durch.

Start mit Bonnie Raitt

Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der restlos ausverkauften Kellerbühne hätten diese These am Dienstagabend wohl bereits nach den ersten zwei Minuten von Sevens erster Kleintheatertournée unterschrieben.

Wenn einer mit «Can't make you love me» von Bonnie Raitt sein Programm startet, leidet er entweder an einer pathologischen Selbstüberhöhung oder aber schrammt nahe am Genie vorbei. Letzteres ist bei Seven der Fall, dem vielleicht talentiertesten Schweizer Sänger, der aus dem Aargau aufbrach, die Bühnen zu erobern.

Stimmliche Supernova

Es mag inzwischen ein knappes Jahrzehnt zurückliegen, als Seven in einer Dezembernacht vor wenigen Privilegierten anlässlich

der von Phil Dankner initiierten «Christmas Sessions» im Zürcher «Kaufleuten» die Bühne betrat und dort die versammelte Schweizer Musikerprominenz stimmlich aus dem Saal blies. Wie eine Supernova hatte sich sein schneidendes Stimmband den Weg durch die Menschenmenge gebahnt und das nicht eben für seine Wärme bekannte Zürcher Publikum spendierte eine Standing Ovation.

Einer jener Abende ist der Start zu einer Karriere gewesen, in der ein Aargauer Partyorganisator und Schuhverkäufer über Nacht zur Schweizer Soulinstanz aufstieg.

Charmant, klug, sexy

Mindestens so einnehmend wie Sevens Musik ist seine Präsenz. Auch am Dienstagabend hängt ihm das mehrheitlich weibliche Publikum an den Lippen.

Seven parliert in seinem bisher intimsten Format so frei, wie man es sich von Schweizer Sportmoderatoren nur zu sehr wünschen würde; und er ist dabei klug, charmant und sexy. Unterstützt wird er bei seinem vergnüglichen Auftritt von einer starken Band. Raphael Jakob an der Gitarre, Phil Schweidler am Bass und Sevens Bruder Micha Dettwyler am Schlagzeug treiben die Grooves und akustischen Klangteppiche so eindringlich voran, dass sich Sevens wundersame Stimme darauf genüsslich hinlegen kann.

Magie des Souls

Es ist ein Abend mit Dauergänsehaut und ein Abend, der eine erfrorene Seele durchaus zu retten vermöchte. In der Pause schauen sich die Gekommenen ungläubig an, um festzustellen, dass ziemlich jeder und jede ein Lächeln im Gesicht trägt. Das ist die Magie und das Geheimnis des Souls. Uns Schweizern und St. Gallern bekommt diese nur zu gut. Michael Hasler

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