Funk auf allen Kontinenten

Die Ostschweizer Band Starch hat ihr erstes Live-Album veröffentlicht. Es ist inspiriert von Südostasien und erzählt musikalisch davon, was die siebenköpfige Truppe am liebsten macht: Um die Welt touren.

Roger Berhalter
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Seit 15 Jahren auf Tour: Die Band Starch mit Sänger und Bassist Simon Winiger (mit Sonnenbrille). (Bild: pd)

Seit 15 Jahren auf Tour: Die Band Starch mit Sänger und Bassist Simon Winiger (mit Sonnenbrille). (Bild: pd)

Ihre neuen Songs haben sie zum ersten Mal in Phnom Penh aufgeführt. Im vergangenen November standen Starch in der Hauptstadt von Kambodscha auf der Bühne und erprobten ihr neues Programm live. Drei Wochen waren die Ostschweizer auf Asientour, und sie spielten ihren Funk in einem Pub in Bangkok, an einer Privatshow in Kuala Lumpur und in einem Kulturzentrum in Dhaka in Bangladesh. «Gerade die Konzerte in Bangladesh, wo nur selten westliche Bands auftreten, waren sehr erfolgreich», erinnert sich Sänger und Bassist Simon Winiger. «Während eines Open Airs in Dhaka versammelten sich immer mehr Leute, am Schluss spielten wir vor zehntausend Menschen.»

Dreimal nach Südostasien

Um einige exotische Erfahrungen reicher kehrten Starch in die Schweiz zurück. Dies nicht zum- erstenmal: Mehr als 300 Konzerte haben die sieben Musiker schon gegeben, oft jenseits der Landesgrenzen. «Das Touren ist für uns sehr wichtig geworden», sagt Simon Winiger. Mindestens fünfmal ist die Band durch Osteuropa getourt, Spanien stand ebenfalls auf dem Plan, in Australien reisten Starch von Brisbane bis Sydney, und die Südostasientour von 2011 war bereits ihre dritte.

Etwas machten Starch dennoch anders, nachdem sie aus Fernost zurückgekehrt waren: Sie beschlossen, ein Live-Album aufzunehmen. Zwischen Weihnachten und Neujahr gaben sie fünf Konzerte – unter anderem auch in der Grabenhalle – und schnitten alles mit. Zur Unterstützung holten sie zwei Gäste auf die Bühne: Zum einen Sharlotte Gibson, eine routinierte Soulsängerin aus Los Angeles, die schon für Whitney Houston, Sting und Stevie Wonder gesungen hat. Zum anderen den Basler Rapper Black Tiger, der sich als einer der ersten im Land an Mundart-Hip-Hop wagte.

Live-Album in Studioqualität

Das Ergebnis heisst «Live on Tour» und ist im März veröffentlicht worden. Ein schnörkelloses Funk-Album, mit dem die Band nicht zuletzt ihren Fans einen Gefallen tut. «Die meisten kennen uns als Live-Band», sagt Winiger. Auf den bisherigen Alben sei die Live-Energie aber oft zu wenig spürbar gewesen. «Ich liebe euch als Band, aber eure CDs höre ich nie»: Diese Rückmeldung erhielten Starch nicht selten. Ihre Antwort heisst «Live on Tour»: ein Live-Album, aufgenommen in Studioqualität.

Mit der neuen CD haben sich Starch bewusst von kommerziellen Überlegungen verabschiedet. «Live on Tour» versammelt Arrangements mit langen Spannungsbögen, Instrumental-Soli, und manche Songs dauern neun Minuten. Keine Chance, so etwas im Formatradio zu plazieren. «Das entspricht nicht dem durchschnittlichen Weg, wie eine Band zum Erfolg kommt», sagt Winiger und lacht. Auf den Erfolg sind er und seine Mitmusiker aber auch nicht angewiesen. Fast alle sind Profis und in mehreren Bands aktiv. Bei Starch soll der Spass im Vordergrund stehen.

Kurs Richtung Südafrika

Ihre Band-WG samt eigenem Club in Stein haben Starch inzwischen aufgelöst. Die Hälfte der Band wohnt nun in Zürich, die andere in St. Gallen. Doch fürs Touren werden die sieben Musiker auch in Zukunft zusammenfinden. Die nächste Asientour gleisen sie gerade auf, bald werden sie für eine private Hochzeit nach Südafrika reisen, und auch Südamerika ist laut Winiger auf dem Radar: «Es wäre schon toll, wenn wir irgendwann sagen können: Wir haben mit Starch auf allen Kontinenten gespielt!»

Starch live (mit Sharlotte Gibson und Black Tiger): Sa, Kugl, 21 Uhr

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