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Für Liebhaber von beschwingten Hollywood-Klassikern

Auf leichten Füssen: Eine Filmreihe im Kinok St. Gallen feiert im Dezember das klassische Musical. Und zeigt mit Fred Astaire, Leslie Caron oder Gene Kelly die grossen Stars in grossen Hollywood-Musical-Meisterwerken.
Daniel Kothenschulte
Gene Kelly und Leslie Caron in der berühmten Tanzszene aus "An American in Paris" von 1951. (Bild: Alamy)

Gene Kelly und Leslie Caron in der berühmten Tanzszene aus "An American in Paris" von 1951. (Bild: Alamy)

Bevor der Film richtig sprechen konnte, lernte er singen. Der erste Tonfilm, «The Jazz Singer» von 1927, ist eigentlich ein Stummfilm mit eingestreuten Ton-Sequenzen. Diese setzen immer dann ein, wenn es in der melodramatischen Geschichte um einen jüdischen Cantor und seine Liebe zur leichten Muse etwas Bedeutendes zu sagen gibt – in Form eines Songs.

Auch nach 91 Jahren hat diese poetische Sicht auf die Wirklichkeit im Filmmusical ihren Zauber behalten. Die Welterfolge von «Mamma Mia!» und «La La Land» haben das Interesse an klassischen Filmmusicals wieder geweckt. So bringt Disney am 20. Dezember «Mary Poppins Returns» ins Kino, einen Film, der bis ins Detail dem Originalfilm von 1964 gleicht. Und den ganzen Dezember über zeigt das Kinok in
St. Gallen eine Reihe einiger der schönsten Hollywood-Musicals der 40er,- 50er- und 60er-Jahre.

Bodenständiger Charme, tänzerische Leichtigkeit

Kein Regisseur prägte das Musical so sehr wie Vincente Minnelli. Kunst und Künstlichkeit verbinden sich in seinem Meisterwerk «An American in Paris» zu einer betörenden Einheit. Dabei vermittelt die Geschichte des amerikanischen Malers, den Gene Kelly mit bodenständigem Charme und tänzerischer Leichtigkeit verkörpert, zugleich ein Stück Kunstgeschichte: Im Entstehungsjahr 1951 galt Paris als die Kunststadt schlechthin, Amerikaner brachen in Scharen auf zum Montmartre.

Ob sie in der Stadt der Liebe allerdings auch auf jemand so Bezauberndes wie Leslie Caron trafen? Die heute 87-jährige Schauspielerin und Tänzerin ist eine der letzten Überlebenden aus der grossen Zeit des Filmmusicals. Der Höhepunkt ist die gut zwanzigminütige Ballettsequenz durch gemalte Kulissen im Stil von Raoul Dufy.

Fred Astaire konnte die Zeit dehnen und raffen

Auch Minnellis «The Band Wagon» kulminiert in einer solchen Traumsequenz. Hier ist es Cyd Charisse, die in einer Doppelrolle zwischen Unschuld und Vamp changiert – und tänzerisch dem grossen Fred Astaire mehr als gewachsen ist. Astaire war ein Bildhauer der Zeit. In seinen Choreografien konnte er sie dehnen und raffen. Er hob sich über Naturgesetze wie die Schwerkraft hinweg und übersetzte Alltagsrituale wie das Schuhputzen in zeitlose Eleganz.

Und doch hatte diese Stilisierung nichts Äusserliches, denn Stil kam zu Astaire so natürlich wie die Luft, die er atmete. «Die Menschen denken, ich sei in Frack und Zylinder auf die Welt gekommen», wunderte er sich oft. Dabei war er als Sohn eines kleinen Brauers aus Österreich in Nebraska geboren worden.

Aber so ist es im klassischen Musical: Eleganz und Bodenständigkeit, Phantasie und Realismus gehen Hand in Hand.

Die Kinok-Filmreihe gibt da einen guten Überblick: «High Society» ist eine geistreiche Gesellschaftskomödie, die durch Cole Porters kluge Songs nur noch gewitzter wird. «My Fair Lady» eine messerscharfe Komödie über soziale Gegensätze, die durch Cecil Beatons Ausstattung eine kostbare Anmutung erlangt. Von frechem Charme ist Stanley Donens Hollywood-Satire «Singin' in the Rain» mit Gene Kelly in einer weiteren Paraderolle. Etwas gemütlicher geht es dagegen zu im beschaulichen Weihnachtsfilm «White Christmas». Doch wie realistisch das Musical-Genre auch sein kann, lässt sich am Klassiker «West Side Story» bewundern. In jedem Fall wird man das Kino ein wenig leichtfüssiger verlassen als sonst.

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