Fünfzig Jahre Montreux digital aufbereitet

Konzerte des Montreux Jazz Festivals wie Aretha Franklin 1971 oder Ray Charles 1978 können schon bald und beinahe echt nacherlebt werden. Die Digitalisierung der Video- und Tonarchive des Festivalgründers Claude Nobs steht vor dem Abschluss.

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Konzerte des Montreux Jazz Festivals wie Aretha Franklin 1971 oder Ray Charles 1978 können schon bald und beinahe echt nacherlebt werden. Die Digitalisierung der Video- und Tonarchive des Festivalgründers Claude Nobs steht vor dem Abschluss.

Vom Festivaldébut vor 50 Jahren an wachte Gründer Claude Nobs stets darüber, dass sämtliche Konzerte gefilmt werden, auch wenn das manchmal wegen des grossen Aufwandes auf Widerstand stiess. In den Jahrzehnten kamen so Abertausende Stunden an Film- und Audiomaterial zusammen. Bereits 2010 hatte er mit der ETH Lausanne ein grossangelegtes Projekt zur Bewahrung seines weltweit einzigartigen Archivs lanciert. Mittlerweile wurden neunzig Prozent digitalisiert, darunter sämtliche Filmdokumente.

Eine Abteilung von einem Dutzend Personen zu sechs Vollzeitstellen hat bislang über 4700 Terabytes an Daten auf Servern angelegt. Sie werden über eine Glasfaserleitung direkt von Montreux in die ETH übertragen und in Echtzeit aufgezeichnet. Die Filmdokumente stehen nun am Morgen nach einem Konzert bereit. Diese Konzertaufnahmen werden auf dem Campus der ETH Anfang November für ein breites Publikum zugänglich.

In einem Montreux Jazz Café können unter einer Sound-Glocke Audiodateien gehört und in einem Raum sogar ganze Konzerte mit Filmaufnahmen nacherlebt werden. (sda)