Fünf Tage Mekka des Gesangs

Morgen startet die 12. Auflage des A-cappella-Festivals Rorschach. Die Chöre kommen aus sechs Ländern. Sie singen unbegleitet, unverstärkt und bunt.

Martin Preisser
Drucken
Teilen
Perfekter Gesang, humorvoll präsentiert: Das polnische Sextett Affabre eröffnet das A-cappella-Festival. (Bild: pd)

Perfekter Gesang, humorvoll präsentiert: Das polnische Sextett Affabre eröffnet das A-cappella-Festival. (Bild: pd)

RORSCHACH. An den letzten beiden März-Wochenenden steht die Stadt am See ganz im Zeichen der A-cappella-Kunst. Rorschach hat sich inzwischen zu einem Festival der unbegleiteten Chormusik gemausert, das auch über die Grenzen hinaus bekannt ist. «Wir bekommen viele Anfragen von Ensembles, die hier auftreten wollen. Man kennt uns», sagt Silvan Lüchinger, OK-Präsident des Festivals. Wer glaubt, Konzerte mit reiner und unverstärkter Chormusik seien etwas Verstaubtes, irrt sich gewaltig. Chormusik ist in. Das Festival besticht vor allem durch seine grosse stilistische Bandbreite. «Und auch bei der Art, wie sich die Ensembles präsentieren, herrscht ein farbiges Spektrum», sagt Silvan Lüchinger.

1500 Besucher zählte die 11. Auflage des A-cappella-Festivals. Und für den zwölften Anlass werden wieder Chöre und Ensembles aus ganz verschiedenen Ländern erwartet. Die Nationen reichen von Polen über Lettland und Tschechien bis hin zu Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hört man sich die eine oder andere Kostprobe auf den Homepages der Chöre an, ist man von der stilistischen Breite und der zum Teil sehr hohen stimmlichen Qualität begeistert.

Da wartet etwa das polnische Männersextett Affabre mit einem bunten musikalischen Horizont auf, gespickt mit einer komödiantischen Art, auch ernste Lieder rüber zu bringen. Das Frauensextett Latvian Voices kommt ebenfalls aus einem osteuropäischen Land, aus Lettland, einer Nation des Chorsingens.

Wie an den früheren Festivals wird auch dieses Mal an ganz verschiedenen Orten gesungen. Im Stadthofsaal, in Kirchen und – eine Spezialität von Rorschach – in fünf verschiedenen Beizen. In Rorschach wandert nicht das Publikum von einem Konzertlokal zum anderen, sondern die einzelnen Ensembles machen an den verschiedenen Stationen ihre Aufwartung – programmlich und von der Präsentation bewusst mit einer Carte blanche. Einige der dreizehn Formation kommen auch aus der Region, so etwa das Jodelchörli Urnäsch am Säntis oder der Kammerchor und Jugendchor des Konservatoriums Winterthur.

20.–29.3.; Eröffnung mit dem Ensemble Affabre: Fr, 20.3., Stadthofsaal, 20 Uhr Infos: www.acappella-rorschach.ch