Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Frischer Blick auf Nationalmaler Hodler

Zum 100. Todestag des Malers Ferdinand Hodler zeigt das Kunstmuseum Bern eine Sonderschau. Und bietet neue Sicht auf den als Nationalmaler vereinnahmten Künstler.
«Lied in der Ferne» und «Fröhliches Weib» aus dem Jahr 1911. (Bild: KEY)

«Lied in der Ferne» und «Fröhliches Weib» aus dem Jahr 1911. (Bild: KEY)

Heroische Gestalten, monumentale Landschaften: so kennen die meisten Ferdinand Hodler und sein Werk. Kunstdrucke von Thunerseelandschaften zieren manche Wohnstube, und der «Holzfäller» brachte es gar bis in ein Bundesratsbüro.

Das Kunstmuseum Bern nimmt einen anderen Blickwinkel ein. Es rückt die Theorie des Parallelismus ins Zentrum, die Hodler seinem Schaffen zugrunde legte, und wirft einen Blick auf eine Epoche des Aufbruchs in die Moderne: Das Mikroskop revolutionierte gerade die Naturwissenschaft. Forscher untersuchten erstmals Zellkerne und stiessen überall auf Symmetrien, Wiederholungen und Spiegelungen. Reisen mit der Eisenbahn, Fotografieren und andere heute gängige Errungenschaften veränderten den ­Alltag im jungen Bundesstaat.

Der begeisterte Zugreisende Hodler habe einen «modernen Zugriff auf die Welt» gehabt, wie Museumsdirektorin Nina Zimmer ausführte. Ausgehend von Naturbeobachtungen erkannte Hodler in der Wiederholung ein Grundprinzip, das er in seinem Werk sichtbar machen wollte: Beispielsweise im Gemälde «Spaziergänger am Waldrand», das eine streng vertikal ausgerichtete Waldkulisse zeigt. Mittig im Bild der Spaziergänger.

Hodlers Parallelismus beschränkte sich aber nicht nur auf Formales, sondern erstreckte sich auch auf Parallelen der menschlichen Empfindungen. In seinen grossformatigen Figurenbildern brachte er unterschiedliche Seelenzustände zum Ausdruck.

«Über Parallelismus sprach Hodler wie ein Professor»

In zehn «Kapiteln» können die Ausstellungsbesucher Hodlers Theorie und deren bildnerische Umsetzung anhand von unterschiedlichen Werkgruppen und Motiven nachvollziehen.

Zu seinen Lebzeiten stiess der Künstler mit seinem Parallelismus nicht überall auf Gegenliebe. So mokierte sich Malerkollege Koloman Moser:

«Über den Parallelismus sprach Hodler wie ein Professor. Ich staune nur immer von neuem, dass er trotz seiner Theorie so starke Dinger produziert – er meint wegen jener.»

Selbstbewusst wollte der schon zu Lebzeiten berühmte Hodler gewürdigt werden: «Mit der Richtigkeit oder Unrichtigkeit meines Parallelismus steht oder fällt mein Werk. Entweder ist der Parallelismus, wie ich ihn erkannt, umschrieben und angewandt habe, ein Weltgesetz von allgemeiner Gültigkeit und dann ist mein Werk von universeller Bedeutung; oder aber, ich habe mich geirrt, und in diesem Falle ist mein Schaffen lauter Selbsttäuschung und Trug.» (sda)

"Hodler//Parallelismus", Ausstellung in der Kunsthalle Bern bis 31.1.2019

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.