Freiheit zum Gestalten

LESBAR FRAUEN

Nina Rudnicki
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Bild: Nina Rudnicki

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LESBAR FRAUEN

«Niemand gibt Ihnen Macht! Greifen Sie einfach zu», sagte schon die Heldin der US-Sitcom Roseanne. Ganz so einfach ist es aber nicht, vor allem für Frauen. Das schreiben die Autorinnen des Ratgebers «Lust auf Macht». Aufgeteilt in sieben Kapiteln führt er durch das Karrierelabyrinth. Es geht darum, sich zunächst seiner Stärken bewusst zu werden, Ziele einzukreisen, Hindernisse als Sprungbrett zu benutzen und darum, wie man das Richtige sofort tut. Denn mit Klugheit, Charme und Durchsetzungsstärke könne jeder seine Ziele erreichen. Das wichtigste dabei: Macht als Freiraum zum Gestalten verstehen.

Andrea Och, Katharina Daniels: Lust auf Macht. Wie (nicht nur) Frauen an die Spitze kommen. Linde 2013, 200 S., Fr. 32.90

Lieber Gucci tragen

Nicht ganz ernst zu nehmen ist das Buch «Lassen Sie mich durch, mein Mann ist Arzt!» von Gabi Decker. Von Schmuckdesignerin, Hundetrainerin, Escortlady bis zur Lottofee sind Berufe beschrieben für Frauen, die lieber Gucci tragen als Verantwortung. Das klingt nach Ironie. Denn Decker beschreibt eine Lebenswirklichkeit zwischen rotem Teppich und Fussmatten, die eigentlich zum Weinen ist – wenn sie nicht so lustig wäre. Oder wie sie selbst über das Buch sagt: Es ist ein Schichtsalat der guten Laune für Frauen, die abends auf Kohlenhydrate und tagsüber auf Arbeit verzichten.

Gabi Decker: Lassen Sie mich durch, mein Mann ist Arzt! Die Gattin und andere schöne Berufe. Orell Füssli 2013, 207 S., Fr. 22.90

Quer durch die Salons

Was haben gebildete Frauen vor 200 Jahren gemacht? «Sie waren schon immer Netzwerkerinnen», schreibt Ulrike Müller in dem Buch Salonfrauen. Beschrieben wird das Leben verschiedener Salonnièren zwischen der Romantik und der Moderne. Denn «Frauen haben in Salons quer durch Europa Toleranz und Offenheit praktiziert». Sie luden zu Gesprächen über Literatur, Philosophie, Politik, Musik und Kunst. Unterteilt in diese Bereiche, beschreibt Müller etwa das Leben von Caroline Schlegel-Schelling, die eine verrückte Romantiker-WG um sich versammelte, über Fanny Lewald, die in ihrem Berliner Salon für Frauenrechte stritt, und Berta Fanta, die in Prag mit Albert Einstein philosophierte.

Ulrike Müller: Salonfrauen. Leidenschaft, Mut, geistige Freiheit, zwischen Romantik und Moderne. Sandmann 2013, 137 S., Fr. 45. 90

Bild: Nina Rudnicki

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