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FRAUENPOWER: Konkurrenz für Superman

Mit schwarzer Mähne, Schild und Schwert schickt sich Wonder Woman an, dem Superheldenkino eine weibliche Note zu verpassen. Und spielte damit in den USA 100 Millionen ein.
Matthias von Viereck/dpa
Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Wonder Woman. (Bild: Clay Enos/Warner Bros.)

Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Wonder Woman. (Bild: Clay Enos/Warner Bros.)

Matthias von Viereck/DPA

Die Welt der Superhelden ist eine männliche. Spider-Man oder Batman, Superman oder Thor, Captain America oder Iron Man: Das Kino der Comic-Verfilmungen ist dominiert von muskulösen Kerlen in oftmals bunten Fantasie-Kostümen. Zwar dürfen in Reihen wie den «Avengers» oder «X-Men» auch Heldinnen mitkämpfen (so etwa Scarlett Johansson als Black Widow); einen ganzen Film aber dürfen sie nur selten tragen.

Ausnahmen bestätigen die Regel: 2004 versuchte sich Halle Berry nicht sonderlich erfolgreich als «Catwoman». Nun aber verpasst «Wonder Woman» eine ordentliche Prise an weiblichem Charme. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Amazonenkriegerin mit den langen Haaren einen Auftritt in «Batman v Superman: Dawn of Justice». Jetzt schlüpft Gal Gadot für einen ganzen Film in die Rolle der Wonder Woman. Die Regie – Novum bei einer grossen Comic-Verfilmung – ist ebenfalls in weiblicher Hand: Patty Jenkins legt nach «Monster» (2003) ihren zweiten Kinospielfilm vor.

Nichts weniger als die Welt retten

Ihren Ursprung hat die Figur der Wonder Woman in einem vor 76 Jahren erstmals veröffentlichten US-Comic. Die filmische Adaption beginnt auf einer kleinen, nur von Amazonen bewohnten Insel namens Themyscira, einst zum Leben erweckt von Göttervater Zeus. Auf diesem paradiesischen Eiland wird die kleine Diana von ihrer Tante (gespielt von Robin Wright) in die Kunst des kriegerischen Zweikampfes eingeweiht. Vollends zur Wonder Woman wird Diana erst heranreifen, als ein mysteriöser Zwischenfall das trügerische Idyll der Amazonen erschüttert: Wonder Woman muss einen abgestürzten Kampfpiloten aus dem Meer retten; verkörpert wird der Flieger von Chris Pine – vor allem bekannt als Captain Kirk aus den jüngsten «Star Trek»-Filmen.

Steve, so des Soldaten Name, berichtet von grausamen Dingen, wir schreiben das Jahr 1918, der Erste Weltkrieg liegt in den letzten Zügen. Zusammen mit Steve verlässt Wonder Woman schliesslich Themyscira – wild entschlossen, dem kriegerischen Treiben ein Ende zu setzen.

Gadot überzeugt, Pine nicht

Gal Gadot, einst zur «Miss Israel» gekürt, hat sich als Darstellerin bisher vor allem durch ihre Auftritte in der erfolgreichen Sportflitzer-Reihe «Fast & Furious» hervorgetan. Nun schlüpft die 32-Jährige ins gleissende Kostüm der vielleicht bekanntesten Superheldin überhaupt; und diese Verwandlung gelingt ihr erstaunlich gut: Ihre Wonder Woman ist so sehr schlagkräftige Powerfrau wie sie empfindsam ist. Gadot, die auch als Model gearbeitet hat, weiss ihre weiblichen Attribute in Szene zu setzen; einer allzu platten, gar sexistischen Inszenierung beugen Gadot und Regisseurin Jenkins aber jederzeit vor. Fraglich indes, ob Gadots Wonder Woman, wie von einigen US-Medien bereits diskutiert, zur feministischen Ikone taugt. Chris Pine derweil, der in diesem 141-Minüter artig an Wonder Womans Seite kämpft, enttäuscht ein wenig. Dies vor ­allem im direkten Vergleich mit seinem letzten Kino-Auftritt: ­ im düsteren Südstaaten-Drama «Hell or High Water». Pine kann mehr, das hat er bewiesen.

Bei allen Schwächen, die auch diese Comic-Adaption plagen – so sind die Bösen recht eindimensional angelegt –, ist es vor allem der naive Charme der Kriegerprinzessin, der den Film beseelt. Wonder Womans Glaube an das Gute, ihr Glaube daran, dass sie allein den Horror des Ersten Weltkriegs beenden kann, ist tatsächlich rührend.

Das Superheldenkino – ob männlich oder weiblich – liebt prägnante, teils kalenderspruch­artige Sentenzen. Während uns ein Spider-Man stets einbläut, dass mit grosser Macht «grosse Verantwortung» einhergehe, setzen Jenkins und Gadot ganz auf die Kraft der Liebe: Nur diese, so heisst es im Film, könne die Welt wirklich retten. Nach vielen düsteren Comic-Verfilmungen in den vergangenen Jahren (etwa der «Batman»-Trilogie von Christopher Nolan mit Christian Bale als Fledermaus-Held) ist dies eine überraschend positive, durch keine Ironie gebrochene Aussage. Dass diese Botschaft nicht lächerlich wirkt, liegt an der wunderbaren, zuweilen die ganze Leinwand ausfüllende Eleganz der Gal Gadot.

Ab morgen in diversen Kinos der Ostschweiz.

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