FRAUENFELD: Kunst aus dem Spiel mit Linien

Der diesjährige Thurgauer Kulturpreis wird dem Müllheimer Künstler Christoph Rütimann verliehen. Mit dem Preis würdigt der Regierungsrat das vielfältige Schaffen des Preisträgers.

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Christoph Rütimann in seinem Atelier in Müllheim. (Bild: Stefan Beusch)

Christoph Rütimann in seinem Atelier in Müllheim. (Bild: Stefan Beusch)

FRAUENFELD. «Christoph Rütimann ist ein äusserst vielseitiger Künstler», teilt das Departement für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau mit. Sein Schaffen reicht von Performances über Klang-, Text-, Foto- und Videoarbeiten bis zur klassischen Zeichnung, Malerei und Skulptur.

Seit 1999 im Thurgau

Bei aller Verschiedenartigkeit der Materialien und Medien gebe es in seinem Werk durchgehende künstlerische Strategien: Wichtig sei etwa das Spiel mit Linien, das seine Zeichnungen ebenso bestimme, wie die raumgreifenden Installationen oder jene Videoarbeiten, in denen die Kamera in rasanter Fahrt auf Treppengeländern, Schläuchen oder anderen Führungslinien durch den Raum rast.

Christoph Rütimann, Bürger von Basadingen und Zürich, ist 1955 in Zürich geboren und in Schiers aufgewachsen. Nach dem Primarlehrerpatent besuchte er die Schule für Gestaltung in Luzern und schloss mit dem Diplom als Zeichenlehrer ab. Bis 1999 in Luzern wohnhaft, zog er mit seiner Lebenspartnerin, der Schriftstellerin Zsuzsanna Gahse, nach Müllheim.

Venedig, Bonn, St. Gallen

Seit 1981 ist er regelmässig an Ausstellungen und Performances im In- und Ausland präsent. 1993 vertrat er die Schweiz an der Biennale Venedig. 2007/08 zeigten das Kunstmuseum St. Gallen, das Kunstmuseum Thurgau und das Kunstmuseum Bonn eine umfassende Retrospektive. Wichtige Museumsausstellungen fanden 2012 im Kunsthaus Zug und 2016 im Kunstmuseum Solothurn statt. Für sein Werk erhielt Christoph Rütimann diverse Auszeichnungen. Unter anderem 1995 den Eidgenössischen Preis für freie Kunst, 2005 einen Förderbeitrag des Kantons Thurgau, 2007 den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern und 2012 den Straubenzeller Kulturpreis St. Gallen.

Öffentliche Feier

Mit dem Thurgauer Kulturpreis, der seit 1986 ausgerichtet wird, spricht der Regierungsrat seinen Dank und seine Anerkennung aus für ausserordentliche kulturelle Leistungen von Privaten und von Institutionen, die das kulturelle Leben im Kanton in besonderer Weise bereichern. Die Preisträger werden von der Kulturkommission des Kantons Thurgau nominiert.

Christoph Rütimann wird der mit 20 000 Franken dotierte Thurgauer Kulturpreis am 26. Oktober an einer öffentlichen Feier im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen überreicht. (red.)