Frau Vogel wird Frau Brunnen

Es fügte sich alles zusammen, als wäre es Vorsehung: Da das eine Wohn- und Arbeitsatelier im Sitterwerk nur schlecht beheizbar ist und somit während der kalten Wintermonate nicht an auswärtige Kunstschaffende vergeben werden kann, durfte Andrea Vogel, die in St.

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Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Es fügte sich alles zusammen, als wäre es Vorsehung: Da das eine Wohn- und Arbeitsatelier im Sitterwerk nur schlecht beheizbar ist und somit während der kalten Wintermonate nicht an auswärtige Kunstschaffende vergeben werden kann, durfte Andrea Vogel, die in St. Gallen lebt und arbeitet, dieses für ein paar Wochen tagsüber benützen. Sie arbeitete gerade an einem Projekt, welches den Rahmen ihres eigenen Ateliers sprengte. Eine Woche vor ihrer Abreise nach Rom – sie hatte den Zuschlag für das dortige, vom Kanton betriebene Künstleratelier erhalten –, erhielt sie Besuch von einer Delegation der Stadtbehörde und Kreis Wasser. Man war auf der Suche nach einer Künstlerin, einem Künstler, der für das 100-Jahr-Jubiläum der Sanitärfirma Kreis Wasser einen neuen Brunnen gestalten sollte, den das St. Galler Unternehmen der Stadt schenken wollte. Bei Andrea Vogel, die seit Jahren das Wasser als «Hauptelement» in ihre Performances mit einbezieht und sich auch für Rom (mit den vielen Brunnen) das Thema Wasser vorgenommen hatte, schloss sich der Kreis des Suchens. «Es kam alles ins Fliessen. Ich erhielt praktisch eine Carte blanche. Die einzige Auflage war, dass es ein Trinkbrunnen werden sollte, erzählt Andrea Vogel.

Was lag näher, als den Roten Faden aufzunehmen und sich selber «ins Trinkspiel» zu bringen? Sie selber wollte diejenige sein, die künftig in unmittelbarer Nähe des Restaurants Wienerberg den Dürstenden Wasser spenden würde. Aber weil sie ja nicht ewig dort stehen kann, mussten Mitarbeitende im Sitterwerk vom ganzen Körper der Künstlerin samt dem von der St. Galler Firma «Manufaktur» speziell angefertigten und versteiften Kleid Abdrücke aus Gips, Silikon und Wachs machen. Andrea Vogel musste viele Detailfragen klären: Soll sie ganz und gar sich selber sein oder auch hier in eine Rolle schlüpfen? Was für ein Kleid soll sie anhaben? Welche Schuhe soll sie tragen? Und wie löst man das mit der Frisur? Zurzeit wird die Brunnenfrau im Sitterwerk in Bronze gegossen. Am 10. Juni 2013 soll der Trinkbrunnen eingeweiht werden. Brigitte Schmid-Gugler

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)

Brigitte Schmid Gugler (Bilder: Andrea Vogel)