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FRAME-FILMTIPP: Abschied von einem Idol: Bridget Jones's Baby

Es gibt eine Hochzeit und einen Todesfall in dieser romantischen Komödie. Während die Beerdigung sehr lustig ist, ist die Hochzeit zum Heulen.
Denise Bucher
Renée Zellweger in "Bridget Jones's Baby". (Bild: pd)

Renée Zellweger in "Bridget Jones's Baby". (Bild: pd)

Weil wir damit ein Idol verlieren, in das wir uns alle vor 12 Jahren verliebt haben: Bridget Jones (Renée Zellweger) war die Single-Frau, die uns im Pyjama auf dem Sofa «All by Myself» von Céline Dion entgegenschmetterte, die Tagebuch führte über die Zusammenhänge zwischen ihrem Alkohol- und Zigarettenkonsum und ihrem Liebesleben. Da waren der Chef, Daniel (Hugh Grant), und die heimliche Liebe, Mark (Colin Firth). Wenn Bridget sich mit ihren verrückten Freunden in der Bar traf, hätte man sich am liebsten zu ihnen gesetzt. Nach der schwachen Fortsetzung «Bridget Jones: The Edge of Reason» (2004) versucht die Regisseurin Sharon Maguire nun mit einem ganzen Stab von Drehbuchautoren, mit «Bridget Jones’s Baby» die Kulissen dieser Welt wieder aufzubauen, in der man sich so wohl gefühlt hat.

Zunächst funktioniert das ganz gut: Bridget, mittlerweile 43, ist wieder Single. Es hat nicht geklappt mit Mark, dem steifen Anwalt, der sich noch immer vor unangenehmen Gefühlen in seine Arbeit flüchtet. Bridget hält ihren Alkoholkonsum mittlerweile auf dem iPad fest und ist trotz legendärer Schusseligkeit Produzentin eines Nachrichtensenders geworden. So wollen wir Bridget sehen! Aber statt anzüglichen E-Mail-Verkehr wie früher mit dem Chef gibt’s jetzt Zoff mit ihrer jungen Hipster-Chefin. Erster Minuspunkt. Und weil alle ihre Freunde jetzt Kinder haben und sogar Tom und sein Mann eines adoptieren wollen, gibt Bridget sich statt mit ihnen mit ihrer farblosen Arbeitskollegin Miranda ab. Zweiter Minuspunkt. Als Miranda Bridget an ein Musikfestival mitschleppt, fällt sie dort dem charmanten Amerikaner Jack (Patrick Dempsey) vor die Füsse – und ein paar Wochen später auf einer Party Mark Darcy in die Arme. Weil bei beiden Rencontres uralte «vegane, delphinfreundliche Kondome» zum Einsatz kamen, handelt der zweite Teil der ab jetzt nicht mehr so lustigen Komödie davon, wie Bridget zwischen zwei Männern steht, die beide beweisen wollen, dass sie der jeweils bessere Vater für ihr noch ungeborenes Kind wären.

Jack, der schwerreiche Erfinder einer Dating-Plattform mit einer Schwäche fürs Esoterische, würde sich niemals mit Darcy auf der Strasse prügeln, wie Cleaver es vor 12 Jahren tat. Er ist ein Softie, ein Prince Charming. Sharon Maguire verwendet ihn als Folie für ironische Kommentare auf amerikanische Liebeskomödien, die zugeschnitten sind auf ein Massenpublikum. Dumm nur, dass sie selber den Mut nicht hatte, mit Bridgets Revival etwas anderes anzustreben als ebenfalls unbedingt dem Publikum gefallen zu wollen.

Die Nostalgie, die der Film am Anfang verbreitet, ist zwar schön, aber nicht genug. Eine gute Komödie braucht eine interessante Geschichte und eigenwillige Charaktere. Wie es sie im ersten Bridget-Film oder in «Four Weddings and a Funeral» gab. Unsere Bridget, die Königin der Singles, der Trost aller von Liebeskummer Geplagten, endet wie irgendeine Frau aus einer beliebigen Kommerzkomödie? Mit Kind an der Hand und Ring am Finger? Sie hätte etwas Originelleres verdient. Die Drehbuchautoren haben ihre Figur verraten. Und Renée Zellweger, die nach einer Gesichtsoperation nicht mehr aussieht, wie unser Idol doch aussehen müsste, verkörpert die Figur nicht mehr, sie imitiert sie bloss noch. Bye-bye, Bridget. Wir haben dich sehr geliebt.

www.frame.ch
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