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Formvollendete Schönheit

Das Hidden Orchestra hat mit seinem ersten Album «Night Walks» ein einzigartiges Werk zwischen Jazz und Elektronik geschaffen. Morgen eröffnet die Gruppe aus Edinburgh das siebte St. Galler Kulturfestival.
David Gadze
Weltklasse aus Schottland: Das Hidden Orchestra ist morgen am Kulturfestival zu Gast. (Bild: pd)

Weltklasse aus Schottland: Das Hidden Orchestra ist morgen am Kulturfestival zu Gast. (Bild: pd)

Morgen startet das Kulturfestival in seine siebte Austragung. Die Veranstaltung im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums lockt mit einem Programm, das mit zahlreichen musikalischen Kostbarkeiten gespickt ist. Einen ersten Höhepunkt gibt es gleich am ersten Abend zu hören und zu sehen. Denn was das Hidden Orchestra auf die Bühne zaubert, verdient das Prädikat Weltklasse.

Atemberaubende Mischung

Die vierköpfige Band um den klassisch ausgebildeten Multiinstrumentalisten und Komponisten Joe Acheson – 2007 in Edinburgh als Joe Acheson Quartet gegründet – serviert eine so atemberaubende wie erfrischende Mischung aus Jazz, Electronica, Klassik, Folk und Pop. Ihr letztes Jahr veröffentlichtes Début «Night Walks» erntete weltweit grossen Beifall. Gebaut um tiefe, sanft pulsierende Basslinien und wunderbar ausgestaltete Arrangements ist es ein Werk, das zugleich experimentell und zugänglich ist, das die Energie elektronischer Musik mit der wärmenden Kraft und der Tiefe von Jazz verbindet und in seiner Vielschichtigkeit, in emotionaler Eindringlichkeit, inhaltlicher Geschlossenheit und musikalischer Offenheit formvollendete Schönheit darstellt.

Die klangliche Vielfalt, die Acheson, Poppy Ackroyd (Keyboards, Violine) und die beiden Schlagzeuger Tim Lane und Jamie Graham – auf der Platte von zahlreichen Gastmusikern und morgen am Konzert von einem Saxophonisten unterstützt – kreieren, lässt sich erst nach mehreren Hördurchgängen überblicken. «Night Walks» ist ein Album, das bei jeder Annäherung neue Details und neue Facetten preisgibt, neue Schubladen auftut, neue Perspektiven eröffnet. Die Gruppe mäandert dabei durch hypnotische Klanglandschaften, die sich in einem konstanten Fluss aus metamorphisierenden Klangbildern, wellenartigen Spannungsbögen, kaleidoskopischen Verzierungen und ineinander strömenden Elementen aus organischen Samples und instrumentalen Gebilden zu einem cineastischen Gesamtwerk von fast grenzenloser Weite, aber klarem Fokus auswachsen.

Perkussion im Zentrum

Die Musik lebt dabei vom Zusammenspiel der beiden Drummer. Während der eine mit feingliedrig vertrackten Jazzsoli perkussive Muster als zusätzliche Ausschmückung in die Stücke einwebt, baut der andere einen rhythmischen Teppich als Basis für die darauf fussenden instrumentalen Klangbauten, in denen elektronische und akustische Elemente fast nahtlos ineinander übergehen. So entsteht eine Atmosphäre von einnehmender Dichte und voll knisternder Spannung, die von den Regentropfen des ersten Stücks «Antiphon» bis zum dunklen Finale von «Undergrowth» nicht abreisst.

Morgen Di, Kulturfestival, 20.30 Uhr.

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