Flucht, Zuflucht, Krieg

Starregisseur Peter Brook kommt mit Mozarts «Die Zauberflöte» ins Theater Chur. Dort hat man allerdings noch viele andere spannende Pläne.

Irene Widmer
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Szene aus «Eine Zauberflöte». (Bild: pd)

Szene aus «Eine Zauberflöte». (Bild: pd)

Der 88jährige Engländer Peter Brook gehört zu den wichtigsten Köpfen des zeitgenössischen europäischen Theaters. Mit der Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts beliebter Volksoper «Die Zauberflöte» sei ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, erklärte Direktorin Ute Haferburg am Freitag in Chur bei der Vorstellung der neuen Spielzeit.

Halt in Chur nach Welttournée

Die Volksoper hatte im November 2010 Premiere in Paris. Seither tourt Brook mit der «Zauberflöte» durch die Welt. Halt in Chur macht die Aufführung am 24./25. Oktober. Im Rahmenprogramm zeigt das Theater den neuen Dokumentarfilm von Simon Brook über die Theaterarbeit seines Vaters.

Aufgeführt im Jahresprogramm des Theaters Chur sind insgesamt 15 Co-Produktionen und 27 Gastspiele mit rund 100 Vorstellungen in allen Sparten. Das Jahresthema «Zuflucht» hat sich laut Theater-Direktorin Ute Haferburg durch die Konzentration von Aufführungen, Co-Produktionen und Uraufführungen zu den Themen Krieg, Flucht, Zuflucht, Asyl, Heimat und Fremde ergeben.

Stücke vom Balkan

Bereits «Die Zauberflöte» zum Auftakt ist Teil des übergeordneten Themas, geht es doch in Mozarts Oper um Verlust und um die Suche nach Liebe und Heimat. Ins Jahresthema passen überdies die Aufführungen aus den kriegstraumatisierten Ländern des Balkans und «Warten auf die Barbaren», eine begehbare Installation, die von einem Roman des Nobelpreisträgers J. M. Coetzee inspiriert wurde.

Die Schweiz als Auswanderungs- und Zufluchtsort ist besonders auch für Bündner Autoren und Regisseure ein wichtiges Thema. Im Januar feiert Regisseur Achim Lenz' szenische Fassung «Der Bürgerkrieg» Premiere und Uraufführung.

Uraufführung von Huonder

Im März angesagt ist die Uraufführung von Silvio Huonders Kriminalroman «Die Dunkelheit in den Bergen». Im April auf der Bühne zu sehen ist «Notlösung», das erste Theaterstück des jungen Churer Autors Andri Perl, in Szene gesetzt von Nachwuchsregisseurin Selina Gasser.

Weitergeführt wird die Tradition der «Maulhelden» mit Kabarett «vom Feinsten und Gröbsten». Zu den 100 Vorstellungen des Hauses kommt 50 von auswärtigen Gästen. (sda)