Fixstern Bowie ist verglüht

Geboren wurde David Bowie als David Robert Jones am 8. Januar 1947 in Brixton, im Süden Londons. In einem Interview aus dem Jahre 1993 erklärte der Musiker, er habe alles andere als eine glückliche Kindheit verlebt.

Michael Gasser
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David Bowie (wearing an eyepatch) performs 'Rebel Rebel' on the TV show TopPop on 7th February 1974 in Hilversum, Netherlands. He plays a Hagstrom Kent guitar. (Photo by Gijsbert Hanekroot/Redferns) (Bild: Gijsbert Hanekroot (Redferns))

David Bowie (wearing an eyepatch) performs 'Rebel Rebel' on the TV show TopPop on 7th February 1974 in Hilversum, Netherlands. He plays a Hagstrom Kent guitar. (Photo by Gijsbert Hanekroot/Redferns) (Bild: Gijsbert Hanekroot (Redferns))

Geboren wurde David Bowie als David Robert Jones am 8. Januar 1947 in Brixton, im Süden Londons. In einem Interview aus dem Jahre 1993 erklärte der Musiker, er habe alles andere als eine glückliche Kindheit verlebt. Seine Eltern seien unterkühlte Menschen gewesen, die ihn nur selten in den Arm genommen hätten. Als 9-Jähriger bekam David von seinem Vater Singles von Künstlern wie The Platters oder Fats Domino geschenkt; es war seine erste Berührung mit dem Rock'n'Roll. Nachdem er «Tutti Frutti» von Little Richard vernommen hatte, war er der Überzeugung: «Ich habe Gott gehört.»

Songs von Elvis

Bald schon setzte sich David mit der Ukulele und dem Klavier auseinander und unterhielt seine Pfadfinderkollegen mit Stücken von Elvis. 1963 zeichnete der Teenager mit einer Band namens The Kon-Rads erstmals einen Song auf. Weil dieser floppte, versuchte er es im Folgejahr solo – mit der Single «Liza Jane», der ebenfalls kein Erfolg beschieden war. Da er befürchtete, mit Davy Jones, einem Mitglied von The Monkees, verwechselt zu werden, legte sich der 17-Jährige den Bühnennamen David Bowie zu – dies in Anlehnung an den US-amerikanischen Westernpionier Jim Bowie.

Heirat mit Model Angie Barnet

Allerdings stiess auch das Débutalbum, «David Bowie» (1967), nur auf geringes Publikumsinteresse. Fünf Tage vor dem Start der Apollo 11-Mission im Jahre 1969 veröffentlichte der Sänger dann die Weltraumballade «Space Oddity», mit der er bis auf Platz fünf der britischen Charts vordrang. Bowie entfernte sich in der Folge rasch von jeglichen Folkanleihen. Spätestens mit «The Man Who Sold The World» (1970), seinem dritten Album, war der Brite beim Hardrock angelangt. Den weltweiten Durchbruch erzielte er jedoch mit dem Glam-Rock-Spektakel «The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars» (1972). Zwei Jahre zuvor hatte Bowie das Model Angie Barnett geheiratet, dennoch bezeichnete er sich gegenüber den Medien gerne als schwul oder bisexuell.

Mitte der 70er-Jahre zog es Bowie, der seine Zelte zwischenzeitlich in New York aufgeschlagen hatte, in die heutige Hauptstadt Deutschlands. Dort entstand die Berlin-Trilogie, aus der «Heroes» (1977), das mit Synthie-Pop und experimentellem Rock aufwartet, herausragt. Anfang der 80er-Jahre liess sich Bowie von seiner ersten Frau scheiden – das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Zowie wurde ihm zugesprochen. In dieser Zeit trat er immer häufiger vor der Kamera auf. So hatte er einen Cameo-Auftritt im Drogendrama «Christiane F – Wir Kinder von Bahnhof Zoo» und war neben Catherine Deneuve auch in Tony Scotts Horrorstreifen «The Hunger» zu sehen.

Schaffenskrise nach «Let's Dance»

Auf den Massenerfolg von «Let's Dance» (1983) folgte die grosse Schaffenskrise. Diese überwand Bowie erst im neuen Jahrtausend. Wohl auch, weil er für «Heathen» (2002) und dessen Nachfolger «Reality» (2003) nach langem Unterbruch wieder auf seinen früheren Erfolgsproduzenten Toni Visconti zurückgriff.

1992 hatte er in Lausanne das somalische Model Iman Abdulmajid geheiratet. Dort besass die Rockikone von 1982 bis 1997 ein Haus. Zuletzt sah man ihn bei der Premiere seines Musicals «Lazarus» – schlank wie immer und nicht todkrank aussehend. Zwei Tage vor seinem Tod erschien sein 25. und letztes Studioalbum, «Blackstar».

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