Final
Showdown bei «The Voice»: Das sagen die Coaches und ihre Talente

«And the Voice of Switzerland is ...» Ja wer wird es denn sein? Am Samstagabend steigt das Finale der zweiten Staffel. Noch vier Kandidaten sind im Rennen. Das Publikumsvoting erschwert eine Sieger-Vorhersage – wir wagen sie trotzdem.

Noëlle König
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Noch vier Kandidaten kämpfen um den Titel. Tiziana Gulino, Rahel Buchhold, Shem Thomas und Peter Brandenberger wollen die Nachfolge von Nicole Bernegger, Siegerin der ersten Staffel, antreten. Zuerst müssen sie aber noch einmal ihr Können unter Beweis stellen.

Einen Coversong, ein Duett und den eigenen Siegersong performen sie am Samstababend in der Bodensee-Arena in Romanshorn. «Bei diesem Finale ist speziell, dass wir internationale Stars in der Show haben. Das heisst, die Talente müssen bei den Duetten ihre Stimmlage an die der Stars anpassen», erklärt Fred Herrmann, der mit Pele Loriano die musikalische Leitung bei «The Voice» inne hat.

Im Finale sieht Hermann Tiziana und Shem vorne, da sie beide «eine spezielle Stimme und Art haben, die bei den Leuten hängen bleibt». Aber eine genauere Vorhersage will er nicht wagen.

Ein zu grosser Unsicherheitsfaktor ist die Abstimmung durch das Publikum. Das hat sich auch im Halbfinale gezeigt. Gleich in zwei der Teams zog nicht das vom Coach bevorzugte Talent in den Final ein. Nach welchen Kriterien die Zuschauer entscheiden werden, wird wohl auch nach der Wahl ungewiss bleiben. Herrmann sagt: «Das Wichtigste ist, dass man mit seiner Musik die Menschen emotional bewegt und eine grosse Persönlichkeit mitbringt. Dann kann man es im Musikbusiness schaffen.»

Laut Herrmann hat es Stress bereut, sich nicht für Shem gedreht zu haben. Dann hätte dieser wie Nicole Bernegger dazumal alle vier Coaches überzeugt. Aber auch mit nur drei Stühlen sagen wir: Shem gewinnt.

Der Favorit - Shem Thomas

Shem: «Ich bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Es ging mir nie um einen Podestplatz oder ums Gewinnen, sondern ich habe es auf mich zukommen lassen und egal was kommt, ich werde weiter Musik machen.»

Mit dieser Gelassenheit startete Shem bereits in die Blind-Auditions, man spürte regelrecht seine grosse Freude an der Musik und sein Gefühl für die Musik. Auf der Bühne ist er präsent und hat eine Energie wie keiner der anderen Finalkandidaten. Seine Stimme überzeugt mit einem grossen Range und einem hohen Wiedererkennungswert.

Stefanie Heinzmann über Shem: Shem bringt extrem viel Kunst und Kreativität mit. Was er schafft, ist, aus jedem Song etwas ganz eigenes zu machen. Das ist eine Qualität, die nicht viele Sängerinnen und Sänger mit sich bringen. Diese Eigenschaft kann ihm zum Sieg verhelfen.

Platz 2 - Tiziana Gulino

Tiziana: «Beim Singen kann ich die Leute mit Gefühlen berühren, die überhaupt nicht erzwungen sind. Ich liebe es einfach, Musik zu machen.»

Diese Gefühle spürt man auch aus dem Fernseher heraus - bis auf die Couch. Bei der erst 17-jährigen hört man, dass sie extrem musikalisch ist. Sie hat eine grosse Präzision beim Singen, sowohl was die Töne als auch was das Timing anbelangt. Jedoch ist ihre Stimme (jetzt noch) eher eingeschränkt auf ruhige Songs, wirkt manchmal ein bisschen mädchenhaft.

Marc Sway über Tiziana: Ich habe noch nie in meinem Leben ein 17jähriges Mädchen gesehen mit so viel Musikalität, Leidenschaft, Professionalität, Einsatz und einem so grossen Herz. Deshalb hat sie den Sieg verdient.

Platz 3 - Peter Brandenberger

Peter: «Im Finale möchte ich einfach eine gute Leistung abliefern, die rechtfertigt, dass ich hier dabei war. Vor einem möglichen Sieg habe ich sehr grossen Respekt.»

Peter hat wohl von der Blind-Audition bis in die Live-Shows die grösste Entwicklung gemacht. Er legt viel Gefühl in die Lieder, hat eine sehr angenehme, warme und sympathische Stimme. Jedoch hat sie nicht eine so grosse Vielfalt und einen so hohen Wiedererkennungswert wie die Stimme von Shem. Auch an Präzision fehlt es manchmal noch.

Philipp Fankhauser über Peter: Peter gewinnt, weil er sich seit seiner Blind-Audition dermassen gesteigert hat. Und das auf unaufgeregte, zielstrebige Art und Weise. Die Zuschauer werden dies entsprechend honorieren.

Platz 4 - Rahel Buchhold

Rahel: «Musik ist mein Leben, mein Lachen. Nun möchte ich das, was ich mache, gerne einmal in professionelle Hände legen. Ich habe viel zu sagen und die Musik ist ein guter Weg, mich mitzuteilen.»

Rahel hat eine schöne soulige Stimme und auf der Bühne grosse Präsenz, jedoch fehlte an manchen Stellen das Gefühl. Leider war auch keine deutliche Steigerung erkennbar. Ein Grund dafür könnte die Songauswahl sein. Während sie ihr Blind-Auditions-Stück mit Lockerheit sang, wirkten ihre Beiträge danach oft angestrengt.

Stress über Rahel: Rahel gewinnt, weil es in diesem Stadium der Show nicht mehr nur um die Stimme geht, sondern auch darum, insgesamt auf der Bühne zu überzeugen. Aus meiner Sicht ist Rahel unter allen vieren die Kandidatin, die sich am meisten weiterentwickelt hat und das mit einer eindrücklichen Konstanz.