TV-Kritik
Horror aus Hessen: Jetzt spukt es auch im "Tatort"

Der «Tatort» kommt diesen Sonntag aus Frankfurt: «Fürchte dich». Unsere TV-Kritikerin hat nicht nur lobende Worte.

Susanne Holz
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Nicht genug, dass in den Kinos gerade nacheinander eine furchterregende Puppe namens Annabelle («Annabelle 2») und ein noch schrecklicherer Clown namens Pennywise («Es») ihr Unwesen trieben. Nein, nun muss es auf Horror komm raus auch noch im «Tatort» aus Frankfurt spuken.

Wundern tut einen das nicht. Denn seit die Kommissare Anna Janneke und Paul Brix (die Theaterstars Margarita Broich und Wolfram Koch) zusammen ermitteln, gibt es aus Frankfurt stets spezielle Kost. Im sechsten Fall kommt nun halt eine ordentliche Portion Grauen auf die Teller des «Tatort»-Publikums. Mit viel Humor gewürzt.

Richtig spannend ist das nicht. Aber es wird all jene begeistern, die die abgefahrenen Hessen und das schöne Paar Janneke/ Brix ins Herz geschlossen haben. Rund um die Story um das alte Haus von Fanny (Zazie de Paris), in dem Brix bekanntlich wohnt und in dem nun ein Geist sein Unwesen treibt, gibt es viele schöne Nahaufnahmen von viel cooler Mimik auf gewohnt ausdrucksstarken Gesichtern. Untermalt von schaurig- schrägen Tönen aus der Feder von Steven Schwalbe und Tobias Wagner.

In der Rolle des Mädchens Merle, das gejagt wird vom Geist – wieso, das ist eine lange Geschichte und nicht so wichtig –, glänzt Luise Befort. Mit dem Gesicht einer jungen Helena Bonham Carter und der Mimik einer grossen Schauspielerin. Musik und Mimik sind die Pfeiler dieses Horrors aus Hessen, für den es ein gewisses Wohlwollen braucht, um ihn zu Ende zu schauen. So packend wie der Clown aus den USA ist das Gespenst aus Frankfurt nicht.

20.05 Uhr, SRF 1, 20.15 Uhr ARD.