Science Fiction
Heute kommt Marty McFly in der Zukunft an

In « Back to the Future 2» landet der Hauptdarsteller heute in der Zukunft – das bewegt immer noch Massen.

Hans Jürg Zinsli und Benno Tuchschmid
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Die Zukunft ist heute für einmal Gegenwart. Als Michael J. Fox alias Marty McFly im Kult-Film «Back to the Future 2» (1989) die automobile Zeitmaschine bestieg, landete er wenig später im Jahre 2015. Am 21. Oktober. Also heute. Und weil das Prädikat «Kult» auf kaum einen Film so gut passt, wie auf «Zurück in die Zukunft», beschäftigt die Zukunftsvision aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Und zwar derart viele Menschen, dass auch riesige Konzerne fristgerecht auf Marty McFlys Ankunft in der Gegenwart Produkte lancieren. Die «Pepsi Perfect», die Marty im «80s Café» erhielt, kommt dieser Tage auf den Markt – in streng limitierter Auflage in den USA. Der Preis pro Flasche beträgt symbolträchtige 20.15 US-Dollar. Die Saat geht auf: Pepsi und andere Firmen hatten den Film in den Achtzigerjahren via Produktplatzierung mitfinanziert.

Marty McFlys Flug in die Zukunft in Robert Zemeckis’ Film begeistert nicht nur Science-Fiction-Nostalgiker, sondern auch das Feuilleton und Sendungen wie «Sternstunde Philosophie». Denn es ist erstaunlich, wie viele Visionen des Films sich erfüllt haben. Wenn auch nicht alle, wie zum Beispiel das fliegende Auto. Und darüber ist John Bell, Erschaffer der Spezialeffekte in «Back to the Future», gar nicht unglücklich: «Die Menschen haben genug Probleme mit dem zweidimensionalen Autofahren.»

Das schwebende Brett bleibt Kindertraum

Hoverboard

Hoverboard

Zur Verfügung gestellt

Nein, fliegende Rollbretter gibt es immer noch nicht. Schon unzählige Techniker und Tüftler haben es versucht. Ohne Schummeln kommen und kamen sie alle nicht aus. Zwar existieren heute sogenannte Flyboards, Wassersportgeräte, die ihre Benutzer durch einen Wasser-Rückstoss-Strahl schweben lassen. Und es gibt Experimente mit «Boards», die dank der Hilfe von Supraleitern über dem Boden fliegen, ähnlich einer Magnetschwebebahn. Nur eben: Ohne die richtige Grundlage, Wasser oder Magnetfeld, wird nicht geschwebt. Das Hoverboard bleibt ein Kindertraum. Passenderweise ziert im Film das Logo des Spielwarenherstellers Matel das Brett.

Den Megatrend vorweggenommen

Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke

Zur Verfügung gestellt

Flachbildschirme, Videotelefonate, soziale Netzwerke: «Zurück in die Zukunft» beinhaltet Visionen, die unsere heutige Realität vorhersahen – so exakt, dass es einem die Sprache verschlägt. So kommuniziert Marty McFly über einen grossen Bildschirm, der beinahe alles beinhaltet, was heutige soziale Netzwerke beinhaltet: visuelle Kommunikation und ein Computersystem, dass Zusatzinformationen wie Alter, Hobbys und Adresse des Gesprächspartners beinhaltet.
McFly fragt sich in einer Szene, in der er mit einem Mitarbeiter kommuniziert, ob ihr Chef wohl mithorcht. Aus dem heutigen Snowden-Zeitalter lässt sich sagen: McFlys Sorge war mehr als berechtigt.

Derselbe Inhalt, eine andere Form

Virtual-Reality-Brille

Virtual-Reality-Brille

Zur Verfügung gestellt

Die Google-Brille ist uralt. Was Marty McFlys Kinder im Film nutzen, um TV zu schauen und Telefonanrufe entgegenzunehmen, deckt sich in seinen Funktionen in grossen Teilen mit der Datenbrille aus dem Silicon Valley mit Baujahr 2012. Zugegeben, das Design aus dem Film ähnelt eher einer Skibrille. Aber so waren sie halt, die Achtzigerjahre. Und ehrlicherweise muss man auch sagen, dass das filigranere Design der Google-Brille nicht wirklich geholfen hat. Sie gilt als Ladenhüter.

Sie kommen, vielleicht

Selbstschnürende Schuhe

Selbstschnürende Schuhe

Zur Verfügung gestellt

Ihn soll es ab heute wirklich geben. Das glauben zumindest Turnschuh-Fetischisten, die schon seit langem sehnlichst auf den sich selbst schnürenden Nike-Schuh aus der Science-Fiction-Trilogie warten. Das Design des Schuhs hat sich als wegweisend erwiesen. Der amerikanische Sportartikelhersteller hat schon mehrere Schuhe mit dem Namenszusatz «McFly» produziert, die sich auch optisch am Original orientieren: Laufschuhe, Basketballschuhe, Skateboardschuhe. Nur ihnen allen fehlt das entscheidende Merkmal: das automatische Schnürsystem. Ein solches soll Nike, auch das gemäss Gerüchten, patentiert haben.

400 000 bereit für Willkommensparty

Auf der ganzen Welt bereiten sich «Back to the Future»-Fans auf die «Ankunft» von Marty McFly vor. Eine Willkommensparty für einen Filmcharakter. Die Idee hat sich zu einem viralen Phänomen entwickelt, das sich insbesondere auf Facebook ausbreitet. Zwei Schweizer gründeten auf dem sozialen Netzwerk eine Gruppe, der sich bis heute über 420 000 Nutzer angeschlossen haben. Ziel des Projekts: Jedes Gruppenmitglied schickt heute um 16.29 Uhr ein Bild von sich, verkleidet als einer der Filmcharaktere und postet dieses in einem sozialen Netzwerk seiner Wahl mit dem ‪Hashtag #‎MartyMcFlyWelcomeParty‬. Im Originalfilm «Back to the Future 2» landete um diese Zeit am 21. Oktober 2015 der Hauptdarsteller Marty McFly (Michael J. Fox) in der Zukunft. Apropos Zukunft: Im letzten Jahr wurde bekannt, dass zum Kultfilm ein Musical entstehen soll. Vorher bleibt das allerdings Zukunftsmusik. Die Premiere wurde ins Jahr 2016 verschoben.