Filmfestival

Die Welt im Film und auf dem Teller

Das Basler Festival Cinema Querfeld lädt vom 24.- 26. März zu Begegnungen mit internationalem Kinoschaffen.

Mathias Balzer
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Vom 24.-26. März 2016 findet in er Querfeldhalle as festival Cinema Querfeld statt. (Symbolbild)

Vom 24.-26. März 2016 findet in er Querfeldhalle as festival Cinema Querfeld statt. (Symbolbild)

Keystone

Filme und Kulinarik aus der Heimat von Migranten stehen kommendes Wochenende im Zentrum des interkulturellen Festivals Cinema Querfeld. Hinter der zwölften Ausgabe des dreitägigen Filmfests stehen Migrantenvereine aus Italien, Kurdistan, Bulgarien, Aserbaidschan, Lateinamerika und Mali. Mit dabei sind auch das Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende und der Verein Querfeld aus dem Basler Gundeldinger Quartier, wo das Festival stattfindet.
Gerade weil die Migrantinnen und Migranten derzeit angespannte Zeiten erleben, setzt das Festival den Akzent auf hoffnungsvolle Filme. So beispielsweise in der kubanischen Produktion «Conducta». Sie erzählt die Geschichte eines schlitzohrigen Jungen, der als Überlebenskünstler immer wieder mit dem Gesetz und mit der Schulleitung in Konflikt kommt. Seine Lehrerin jedoch setzt alles daran, zu verhindern, dass der Junge in ein Heim kommt.
Italien filmt sich selbst

Cinema Querfeld

Cinema Querfeld Freitag, 24. bis Sonntag, 25. März. Querfeld-Halle. Gundeldingerfeld. Basel. www.cinema-querfeld.ch.

Der italienische Dokumentarfilm «Italy In A Day» macht die italienischen Bürger zu Hauptdarstellerinnen und -darstellern in ihrem eigenen Film. Die Menschen in Italien waren aufgefordert, an einem bestimmten Tag Aufnahmen von ihrem Alltag zu machen. Aus diesen Einsendungen hat Regisseur Gabriele Salvatores einen kaleidoskopisch anmutenden Film über sein Land zusammengeschnitten.
Den französischen Dokumentarfilm «Auf dem Weg zur Schule» hat eine speziell fürs Festival zusammengestellte Kinderjury ausgewählt. Er thematisiert den langen und gefahrvollen Schulweg von vier Kindern in Kenia, Marokko, Indien und Argentinien.

Heilige Kuh, fiktiver Prozess

Mit «Holy Cow» ist auch das aserbaidschanische Kino vertreten. Der Film erzählt die Geschichte eines Bauern mit einem ungewöhnlichen Traum: Er möchte eine europäische Milchkuh in sein aserbaidschanisches Bergdorf holen. Von ihr erwartet er mehr Ertrag als von den einheimischen Kühen und damit ein besseres Leben für sich und seine Familie.
«Bamako» aus Mauretanien handelt von einem fiktiven Prozess der afrikanischen Zivilgesellschaft gegen Weltbank und Internationalen Währungsfonds, denen vorgeworfen wird, die Armut in Afrika zu vergrössern. Der Dokumentarfilm «Distancia» der bulgarischen Filmemacherin Albena Mihaylova erzählt wiederum eine Familiengeschichte. Der Bruder der Regisseurin war erst 17 Jahre alt, als er sich das Leben nahm. Erst nach 40 Jahren stellen sich Mutter und Tochter der persönlichen Tragödie. Sie erhellen so die verdrängte Geschichte Bulgariens und finden Vergebung füreinander.
Schliesslich beleuchtet das Roadmovie «Folge meiner Stimme» die schwierige politische Situation eines kurdischen Dorfes und bettet diese ein in die Parabel eines uralten Märchens.

Theaterstück zum Kurzfilm

Der Kurzfilm «Parvaneh» der iranisch-schweizerischen Regisseurin Talkhon Hamzavi handelt von der Odyssee einer jungen afghanischen Migrantin durch die Schweiz. Unterstützt wird sie dabei einzig von einem Punkmädchen. Der Film wurde von Jugendlichen der Wohnheime für unbegleitete minderjährige Asylsuchende ausgewählt, die anschliessend an den Film ein kurzes Theaterstück aufführen.
Das kulinarische Begleitprogramm bietet Spezialitäten aus Lateinamerika, Italien, Kurdistan, Afrika und Aserbaidschan. Zum süssen Abschluss gibts Kaffee und Kuchen, zu später Stunde Drinks an der Bar und sonntags einen Filmbrunch.